Nach Savimbis Tod will UNITA weiterkämpfen

Nach dem Tod von Rebellenführers Jonas Savimbi will die angolanische UNITA den Kampf fortsetzen. Die UNITA erklärte am Sonntag, jeder, der glaube, mit Savimbi seien auch die Ideale der UNITA gestorben, irre sich. Gleichzeitig forderte sie die Regierung zu einem Waffenstillstand auf, um ein Ende des langjährigen Bürgerkriegs zu erreichen.
Die Regierung hatte zuvor erklärt, sie sei bereit, umfassende Vorschläge für eine Einstellung aller Feindseligkeiten zu machen. Entscheidend sei nun das Verhalten der UNITA. Die Nachricht vom Tod Savimbis löste in der angolanischen Hauptstadt Luanda Freude aus. Auch in anderen Teilen Afrikas hielt sich die Trauer in Grenzen.
Rebellenchef Savimbi erschossen
Der 67-jährige Rebellenchef war offiziellen Angaben zufolge am Freitag von Regierungstruppen erschossen worden. Der staatliche portugiesische Fernsehsender RTP zeigte am Samstag Bilder des von Kugeln durchlöcherten Leichnams des bärtigen UNITA-Anführers. Die staatliche Nachrichtenagentur Angob meldete am Sonntag, die Armee habe Savimbi in Luena, der Hauptstadt der Provinz Moxico, beerdigt.
In ihrer Erklärung rief die UNITA zum Frieden auf, ohne auf die Aufforderung der Regierung zur Kapitulation einzugehen. Die Rebellen haben wiederholt Angebote der Regierung, sie zu begnadigen, zurückgewiesen und neue Friedensgespräche verlangt. "Der Ball liegt jetzt bei (dem angolanischen Präsidenten) Jose Eduardo dos Santos", sagte ein UNITA-Sprecher in Portugal. "Wenn er einen Waffenstillstand verkündet, wird natürlich ein Weg frei, den wir bisher nicht hatten."
Kofi Annan appeliert an UNITA
UNO-Generalsekretär Kofi Annan appellierte an die Angolaner, Savimbis Tod zu nutzen und eine friedliche Lösung des Konflikts zu finden. Die UNO sei bereit, dabei zu helfen, teilte ein Sprecher Annans in London mit. Die UNO bemüht sich bereits mit einer Gesandtschaft in Angola um eine Friedenslösung.
Nach der Nachricht vom Tod Savimbis fuhren in Luanda Soldaten in Armeewagen jubilierend durch die Straßen, viele Autofahrer veranstalteten ein Hupkonzert. "Er (Savimbi) wollte nur Krieg, Krieg, Krieg", sagte ein Mann. "Ich denke, jetzt wird Frieden kommen, weil Savimbi einer der führenden Persönlichkeiten des Aufstands war." Ein westlicher Diplomat sagte, "der Krieg wird beendet werden. Mag sein, dass die UNITA sich nicht sofort auflösen wird, doch hat sich die Natur des Konflikts gewandelt."
Savimbis Tod wird kaum betrauert
Auch in anderen Teilen Afrikas wurde der Tod Savimbis ohne große Trauer aufgenommen. Viele Afrikaner verwiesen auf die Beziehungen Savimbis zur Regierung Südafrikas während der Zeit der Apartheid. "Er war ein Unruhestifter für Angola...in Angola wird es von jetzt an friedlich sein", sagte Ugandas Verteidigungsminister Amama Mbabazi. Die sambische Regierung verwies darauf, dass es Savimbi war, der ein früheres Friedensabkommen gebrochen habe.
Angola war nach der Unabhängigkeit von Portugal im Jahr 1975 zum Schauplatz eines langjährigen Stellvertreterkriegs im Kalten Krieg geworden. Mit dem Zerfall der Sowjetunion und dem Abzug kubanischer Truppen wandelte sich die regierende marxistische MPLA und ließ Anfang der 90er Jahre ein Mehrparteiensystem zu. Die einst 70.000 Mann starke UNITA bekämpfte jahrzehntelang die Regierung, verfügte aber zuletzt nur noch über wenige tausend Kämpfer.
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