Defizit auf 149 Mio. (2 Mrd. S) gesunken

Überraschend niedrig ist das Defizit der österreichischen Krankenversicherung im vergangenen Jahr ausgefallen. Nach offiziellen Angaben des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger belief sich der Abgang auf exakt 2,04 Milliarden Schilling (149 Mill. Euro). Wenn sich dieses vorläufige Ergebnis bestätigt, bleibt man deutlich unter dem Defizit im Jahr 2000, das 3,8 Milliarden Schilling (276 Mill. Euro) betrug. Wermutstropfen dabei: nur gerade drei der 14 Träger (abzüglich der Betriebskrankenkassen) schreiben schwarze Zahlen.
Von den Gebietskrankenkassen ist es traditionell die Oberösterreichische, die das beste Ergebnis aufweisen kann. Verzeichnet wird ein Plus von gut 170 Millionen Schilling (12,35 Mill. Euro), womit man noch klar besser als im Vorjahr liegt (plus 57,16 Mill. S). Weiters schwarze Zahlen schreiben neuerlich die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft mit plus 479,6 Millionen Schilling (34,9 Mill. Euro) sowie die Eisenbahner-Versicherung. Letztere kann nach einem Minus von 141,14 Millionen Schilling im Vorjahr heuer ein Plus von 24,5 Millionen Schilling aufweisen. Die Betriebskrankenkassen kommen gesammelt auf plus 7,1 Millionen Schilling.
Ansonsten sieht es bei den Krankenversicherungsträgern weiter trüb aus. Den höchsten Abgang verzeichnet wie im Vorjahr trotz einer leichten Verbesserung Wien mit 965,3 Millionen Schilling. Ebenfalls hohe Defizite wurden für Niederösterreich (759,3 Millionen S), die Sozialversicherungsanstalt der Bauern (482,8 Millionen) und die Kärntner Gebietskrankenkasse ausgewertet (minus 102,5 Millionen).
Interessant werden könnte die Beziehung zwischen den einzelnen Träger beim anstehenden Sanierungspaket der Hauptverbands-Geschäftsführung. Diskutiert wird hierbei, Mittel von den so genannten "reichen" zu den "armen" Kassen umzuschichten. Gefragt sind hier vor allem noch vorhandene Rücklagen, die in Darlehensform an die maroden Träger weiterverliehen werden könnten. Vor allem Oberösterreich und Vorarlberg sowie die Gewerbetreibenden laufen gegen solch eine Regelung Sturm.
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