Sonntag, 24. Februar 2002

Bush & Blair entscheiden im April über Angriff

Die britische Regierung soll Beweise für ein laufendes Atomwaffen-Programm Bagdads haben. US-Präsident George W. Bush und der britische Premier Tony Blair wollen einem Pressebericht zufolge bei einem Gipfeltreffen im April über ein Vorgehen gegen den Irak entscheiden. Ein bevorstehender Angriff auf den Schurkenstaat scheint immer wahrscheinlicher. Kuwaits Regierung will sein Land nicht für einen eventuellen Angriff auf den Irak zur Verfügung stellen.

London könne belegen, dass der irakische Diktator Saddam Hussein an einfachen nuklearen Anwendungen forschen lasse und die Bestückung konventioneller Bomben mit radioaktivem Material erwäge, berichtet die britische Zeitung "The Observer".

Bush hatte den Irak in den vergangenen Wochen mehrfach vorgeworfen, mit Nordkorea und dem Iran eine "Achse des Bösen" zu bilden. Er ließ keinen Zweifel daran, dass der Irak das nächste Ziel seines "Anti-Terrorkampfs" werden könnte. Nach den Worten von US-Außenminister Colin Powell ist Washington zum Sturz Saddams entschlossen und wird dabei notfalls auch im Alleingang vorgehen. Der Irak bestreitet US-Beschuldigungen über die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen und weigert sich bisher, UNO-Inspektoren ins Land zu lassen.

Kuwait will keine US-Truppen für Irak-Angiff im Land
Die Regierung Kuwaits will ihr Land nicht als Aufmarschgebiet amerikanischer Truppen für einen möglichen Angriff auf den Irak zur Verfügung stellen. "Zwar hassen wir das Regime in Bagdad", sagte der Botschafter des Emirats in Deutschland, Faisal R. al Ghais, der "Berliner Zeitung" (Montag-Ausgabe). "Aber das heißt nicht, dass wir jemanden ermutigen, es auf dem Umweg über Kuwait zu stürzen."

Die kuwaitische Regierung wisse, dass der irakische Staatschef Saddam Hussein "große Bestände biologischer und chemischer Waffen angelegt hat", sagte Ghais weiter. Zugleich versicherte der Diplomat, die Teilnahme von ABC-Abwehr-Einheiten der deutschen Bundeswehr an einem gerade laufenden Manöver mit US-Soldaten in Kuwait habe "mit dem Irak überhaupt nichts zu tun". Die Übungen seien Teil der "Operation Enduring Freedom" und der Bekämpfung des internationalen Terrorismus.

In Kuwait sind derzeit rund 170 deutsche Bundeswehrsoldaten einer ABC-Abwehreinheit stationiert. Verteidigungsminister Rudolf Scharping sagte am Samstag in einem dpa-Gespräch, bei dem Einsatz handle es sich um eine "reine Katastrophenschutzübung, um für den Fall eines Angriffs oder einer terroristischen Bedrohung mit biologischen oder chemischen Waffen die Bevölkerung schützen zu können."

24.2.2002 02:33