Samstag, 23. Februar 2002

Solana diskutiert ab Mittwoch saudischen Friedensplan

Israelis und Palästinenser sind gestern Abend wieder zu so genannten Sicherheitsgesprächen zusammen gekommen. Konkrete Ergebnisse wurden offensichtlich nicht erzielt, beide Seiten berichteten von heftigen Differenzen. Unter dessen kündigte EU-Außenpolitik-Beauftragter Javier Solana an, ab Mittwoch in Dschidda den neuen saudischen Friedensplan für Israel zu diskutieren. Bei einem neuerlichen Zwischenfall in Ostjerusalem ist ein Israeli getötet worden.

Bei einem Schusswechsel ist am Morgen ein Israeli getötet und ein Palästinenser verletzt worden. Das meldete der israelische Rundfunk.

Die Palästinenser hatten die Gespräche vorher verweigert, weil Israel, den Hausarrest für Palästinenser-Präsident Arafat nur gelockert, nicht aufgehoben hat.

Israelisches Lob für saudischen Friedensplan
Israels Außenminister Shimon Peres hat unterdessen die Nahost-Initiative Saudiarabiens als positive Entwicklung begrüßt. "Es gibt eine außergewöhnliche Chance, zu einem Waffenstillstand zu kommen und den Friedensprozess zu erneuern", sagte Peres am Dienstag nach einem Gespräch mit dem französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac in Paris.

Der saudiarabische Kronprinz Abdullah hatte die Anerkennung Israels durch die arabischen Staaten sowie Sicherheitsgarantien angeboten, falls sich der jüdische Staat aus allen besetzten Gebieten zurückzieht. Der französische Außenminister Hubert Vedrine betonte, dass es ohne einen grundlegenden Wandel in der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern keine Lösung für den Nahost-Konflikt geben könne.

Der Hohe Repräsentant für die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union, Javier Solana, soll am Mittwoch mit dem saudiarabischen Kronprinzen und Regenten Abdullah zusammentreffen, um über dessen Initiative für den Nahen Osten zu beraten. Solana werde nach Dschidda fliegen, sagte ein EU-Vertreter am Dienstag in Jerusalem.

Israel droht Palästinensern
Israel hat am Dienstag mit der Wiedereroberung der palästinensischen Autonomiestädte gedroht, sollten die Terroranschläge andauern. Der als gemäßigt geltende Justizminister Meir Shitreet sagte im Rundfunk: "Wir werden von Stadt zu Stadt gehen und sie wieder besetzen." Israelische Medien berichteten, die Armee habe nahe Bethlehem und Hebron im Westjordanland Truppen zusammengezogen, um die Städte neuerlich abzuriegeln.

Bei drei palästinensischen Anschlägen in Jerusalem und im südlichen Westjordanland waren am Montag drei Israelis getötet und mehr als zehn verletzt worden. Eine israelische Polizistin, die am Montagabend bei dem Anschlag im Norden Jerusalems verletzt worden war, erlag in der Nacht ihren Verletzungen. Eine 33-jährige schwangere Israelin, die bei einem Anschlag auf Siedler nahe Bethlehem Schussverletzungen im Unterleib erlitten hatte, brachte später ein gesundes Mädchen zu Welt.

23.2.2002 21:16