Samstag, 23. Februar 2002

Deutsche Soldaten jagen seit Wochen El-Kaida-Kämpfer

Deutsche Soldaten sind nach Informationen der FAZ bereits seit Wochen im Kampfeinsatz in Afghanistan. Einheiten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) jagten "Seite an Seite" mit amerikanischen und britischen Spezialeinheiten El-Kaida-Kämpfer, sagten US-Senatoren dem Blatt. Sicherheitsfachleute der Bundesregierung hätten diese Aussagen bestätigt.

Offiziell sind in der afghanischen Hauptstadt Kabul jedoch nur 600 Bundeswehr-Soldaten als Teil der internationalen Friedenstruppe (ISAF) stationiert.

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Helmut Wieczorek, sagte der "FAS": "Natürlich unterliegen konkrete Einsätze der Geheimhaltung." Es sei aber "eine Tatsache, dass deutsche Spezialkräfte in gleichberechtigter Weise Aufträge innerhalb Afghanistans ausführen. Deutsche Kommandosoldaten kämpfen gemeinsam mit den Amerikanern". Damit beweise die Bundesregierung, dass sie "den klaren Bekundungen von Bundeskanzler Schröder über die militärische Solidarität mit den Amerikanern auch Taten folgen lässt", sagte Wieczorek weiter.

Nach Wieczoreks Angaben suchen derzeit 80 bis 100 KSK-Soldaten gemeinsam mit US-Elitesoldaten und der britischen Spezialtruppe Special Air Service (SAS) nach El-Kaida-Verstecken in den Bergen Afghanistans. Der Einsatz habe sich zunächst auf den Raum Kandahar im Süden des Landes beschränkt. Dort haben die US-Truppen ihr Ausgangslager. Inzwischen sollen die Kommandosoldaten auch in anderen Gebieten Afghanistans aktiv sein.

23.2.2002 18:53