Grasser sucht bereits bei Top-Konzernen neuen Job

Trotz abgesagter Krise fliegen in der FPÖ offenbar die Fetzen: Der Star unter den blauen Regierungsmitgliedern, Finanzminister Karl-Heinz Grasser, bastelt an einem eleganten Abgang. Sein Ziel: ein internationaler Topjob. Die Kritik an ihm wurde nach der jüngsten Krise in der Partei immer lauter, zumal er als einziger dem Altparteiobmann Jörg Haider nicht zu Kreuze kroch. Ist Grasser somit der nächste, der die Regierungsmannschaft verläßt? Und ist die FP überhaupt noch regierungstauglich (Umfrage)? Sagen Sie uns Ihre Meinung dazu: DISKUSSION und lesen Sie die ganze Story!
Nicht erst seit die Medien titelten Grasser soll Billa-Chef werden mehren sich die Indizien dafür, daß den 33jährigen Finanzminister eine gewisse Jobunlust befallen hat. Da hilft es auch nicht, daß Grasser noch mitternächtlich dementierte: ein verspäteter Faschingsscherz. Auch der oberste Billa-Boß, Rewe-Chef Hans Reischl, meint nur knapp: Darüber wurde nie gesprochen.
Hinweise zu Grasser-Abgang mehren sich
Zur Halbzeit der Legislaturperiode mehren nun sich in der Regierungspartei oppositionelle Töne, besonders aus Kärnten. Die Erklärung dafür liefert Politologe Fritz Plasser: Mit einem klassischen Wahlkampf, der sich auf die Leistungen in der Regierung beschränkt, schafft die FPÖ bei den Wahlen maximal zwanzig Prozent. Führt sie aber einen emotionalen, polarisierenden Konfliktwahlkampf wie bisher, kann sie auch 25 Prozent erreichen. Dementsprechend werden die Inszenierungen Jörg Haiders von Woche zu Woche aggressiver. Genau das geht Grasser auf den Geist.
Grasser fürchtet um sein Image
Er fürchtet um sein mühsam aufgebautes Image als nüchterner Sachpolitiker und cooler Profi, der über dem parteipolitischen Hickhack steht (OGM-Forscher Peter Hajek). Dementsprechend grenzt sich Karl-Heinz Hinze Grasser immer schärfer von der blauen Truppe ab. Hat er in der ersten Halbzeit der blauschwarzen Regierung zu Haider-Sagern wie Westentaschen-Napoleon (über Frankreichs Jacques Chirac) oder Dreck am Stecken (über den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant) gar nicht nobel geschwiegen, so rebelliert er nun öffentlich.
Karrierist, dem die Partei völlig egal ist
Zu Haiders Privatbesuch bei Saddam Hussein hat er erklärt: Ich hätte diese Reise nicht gemacht. Und zur Aschermittwoch-Beschimpfung von VfGHPräsident Ludwig Adamovich: Ich drücke mich so nicht aus. Und selbst hinter den verschlossenen Türen beim Krisenparteivorstand der Blauen am vorvergangenen Sonntag ist der junge Minister standhaft geblieben. Während sich andere Haider-Kritiker nach dessen Rückzugsdrohung devot unterwarfen, wiederholte Grasser seine Kritik. Ein Umstand, der ihm noch in der Sitzung verbale Ohrfeigen der Parteifreunde eintrug. Grasser sei bloß ein Karrierist, dem die Partei völlig egal ist, er ziehe eine One-Man-Show ab, arbeite weder mit den blauen Regierungskollegen, dem Parlamentsklub noch mit der Parteiorganisation zusammen.
Das bezeichnendste Beispiel: Im Freundeskreis, der für Grasser seine bahnbrechende Steuerreform vorbereitet, ist kein einziger FPÖ-Vertreter dabei dafür aber rote Sektionschefs und schwarze Schüssel-Berater. Das alles tut Grasser gar nicht gut. Er gerät parteiintern immer öfter unter Beschuß, isoliert sich zunehmend selbst. Schon wird in der Partei das böse Wort vom Autisten der Himmelpfortgasse lanciert.
Lesen Sie alles zu Grassers möglichem Abgang aus der Regierungs-Mannschaft im neuen FORMAT!
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