Samstag, 23. Februar 2002

Regime fordert Aufgabe der UNITA

Das angolanische Fernsehen hat am Samstag den Leichnam von Guerillaführer Jonas Savimbi gezeigt. Seine Rebellengruppe UNITA hat seit fast 30 Jahren gegen die linksgerichtete Regierung in dem rohstoffreichen südwestafrikanischen Land gekämpft. Entgegen erster Berichte war das Gesicht Savimbis deutlich zu erkennen; seine auf einem Tisch abgelegte Leiche wies offenbar Schusswunden am Körper und dem Hals auf.

Die Bilder wurden vom staatlichen Fernsehsender Televisao Popular de Angola ausgestrahlt. Nach Regierungsangaben wurde Savimbi am Freitag bei einem Feuergefecht im Südosten des Landes getötet. Sie informierte Vertreter der Vereinten Nationen und ausländische Diplomaten über den Tod Savimbis. Der UNO-Gesandte in Angola, Mussagi Jeichande, sagte am Samstag, er bedaure den gewaltsamen Tod Savimbis. Dieser könne jedoch den Anfang vom Ende des Bürgerkrieges in Angola bedeuten.

In einer Erklärung forderte die Regierung die Kämpfer von Savimbis Rebellenbewegung UNITA zur Aufgabe auf. In den vergangenen Monaten hatte das Heer mitgeteilt, es habe Savimbis Truppen in der Provinz Moxico umstellt. In der Region wurden seitdem mehrere UNITA-Offiziere gefangen genommen. Die Regierungstruppen haben im zurückliegenden Jahr mehrere Hochburgen der UNITA-Rebellen erobert.

Die UNITA, 1966 von Savimbi gegründet, kämpfte zunächst gegen die portugiesischen Kolonialherren. Nach der Unabhängigkeit 1975 bekriegten die Rebellen die kommunistisch orientierte Regierung. Dem jahrzehntelangen Bürgerkrieg fielen eine halbe Million Menschen zum Opfer, ein Drittel der Bevölkerung wurde zu Flüchtlingen.

23.2.2002 07:18