Freitag, 22. Februar 2002

OGM-Umfrage bestätigt schweren Image-Schaden

Kalte Dusche für Österreichs Politiker: Laut brandneuer OGM-Umfrage haben alle Parteien - zumindestens imagemäßig - ziemlich gelitten! Der Grund: Die Statements der Politiker nach Haiders Irak-Reise samt Handshake mit Diktator Hussein.

Die jüngsten Turbulenzen innerhalb der FPÖ - allen voran der Bagdadtrip des Kärntner Landeshauptmannes - haben sich auf das Erscheinungsbild aller Parteien negativ ausgewirkt. Eine neue OGM-Umfrage (502 Befragte österreichweit, Umfrage-Zeitraum 19./20. Februar nach der FPÖ-Krise, Schwankungsbreite +/- 4,5 Prozent) belegt: Das Erscheinungsbild der FPÖ nur von elf Prozent als gut eingeschätzt, jenes der ÖVP von 28, der SPÖ von 30 und der Grünen von 32 Prozent der Befragten.

73 Prozent attestieren, dass die FPÖ in den letzten Tagen ein schlechtes Bild in der Öffentlichkeit abgegeben hat, bei den anderen Parteien liegt dieser Wert zwischen 33 Prozent (SPÖ) und 39 Prozent (ÖVP).

Jeder 2. FPÖ-Wähler kritisiert die Freiheitlichen
Das Ergebnis ist für OGM-Chef Wolfgang Bachmayer "logisch": Die jüngste FPÖ-Krise habe die allgemeine Parteien- und Politikverdrossenheit noch gesteigert. Beachtenswert sei jedoch, dass die Hälfte der FPÖ-Sympathisanten meint, "es war schlecht". Jeder zweite FPÖ-Wähler meint, dass die Freiheitlichen ein schlechtes Bild abgegeben haben. Die Sympathisanten der anderen Parteien attestieren zu mehr als 80 Prozent der FPÖ ein negatives Bild.

Bachmayer vermutet, dass diese Einstellung nicht so sehr auf den parteiinternen Streit, sondern vielmehr auf die Irak-Reise des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider (F) zurückzuführen sei: "Das Bild hat eine starke Symbolkraft, das verblasst nicht so bald. Der Handshake mit Saddam Hussein klebt auf Haiders Schuhen wie Hundekot."

Bei der Frage nach der Koalitionspräferenz liegt in dieser OGM-Umfrage Schwarz-Blau mit 26 Prozent noch immer an erster Stelle. Allerdings ist der Wert gegenüber dem Vormonat um drei Prozentpunkte zurückgegangen. Rot-Schwarz kommt in der aktuellen Umfrage auf 22 Prozent, ebenso wie Rot-Grün. Eine Koalition von SPÖ und FPÖ wünschen sich nur sieben Prozent.

Diese Ergebnisse sind laut Bachmayer "den Ereignissen entsprechend". Auffallend seien die Ergebnisse nach Parteipräferenz: Jeder zweite SPÖ-Wähler ist gegen Rot-Grün, immerhin 33 Prozent für Rot-Schwarz. Und bei den ÖVP-Wählern gibt es eine Sehnsucht nach Rot-Schwarz. Zwar sind 48 Prozent der ÖVP-Sympathisanten für die Koalition mit der FPÖ, aber bereits 40 Prozent wünschen wieder eine Zusammenarbeit mit der SPÖ.

Auf die Frage, welche Partei am ehesten befähigt sei, die Probleme des Landes zu lösen, sprachen sich 23 Prozent für die SPÖ aus, 20 für die ÖVP, elf für die FPÖ und fünf für die Grünen. In diesem Ergebnis sei kein Regierungsbonus erkennbar, so Bachmayer. Auffallend sind auch hier wieder die Einzelergebnisse: Während bei den ÖVP-Wählern das Selbstbewusstsein sehr hoch ist (75 Prozent räumen der eigenen Partei die höchste Problemlösungskompetenz ein), ist es bei FPÖ-Wählern nach den schweren Turbulenzen angekratzt: Nur 51 Prozent der FPÖ-Sympathisanten räumen der eigenen Partei die höchste Kompetenz ein.

22.2.2002 12:08