Lionel Jospin fordert Revanche von Chirac

Der sozialistische Premierminister Lionel Jospin kündigt seine Kandidatur für die französische Präsidentschaftswahl in zwei Monaten an. Der 64-jährige Regierungschef wird damit wie erwartet die Revanche für die Niederlage suchen, die er bei der Wahl 1995 gegen den amtierenden Präsidenten Jacques Chirac erlitt.
Die erste Runde der Präsidentschaftswahl findet am 21. April statt, die Stichwahl am 5. Mai. Chirac hatte am 11. Februar angekündigt, dass er sich für eine weitere Amtszeit bewirbt. Im ersten Wahlgang wird es bis zu 20 Kandidaten geben. In allen Meinungsumfragen liegen jedoch Chirac und Jospin vorne, zumeist hat Chirac einen leichten Vorsprung.
Kontrahenden liegen in Umfragen gleich auf
Amtsinhaber Chirac hatte in der vergangenen Woche seine Bewerbung für ein zweites Mandat angekündigt. Umfragen zufolge liegen beide Politiker etwa gleichauf. Keinem anderen der rund 20 Kandidaten werden ernsthafte Chancen eingeräumt, den ersten Wahlgang am 21. April zu überstehen und die Stichwahl am 5. Mai zu erreichen.
Der 69 Jahre alte Chirac und Jospin arbeiteten nach den vorzeitigen Parlamentswahlen im Jahr 1997 und dem überraschenden Sieg der Linken in einer politischen Zwangsehe zusammen, deren Spannungen immer deutlicher zu Tage traten. Die offizielle Kandidatur Jospins war allseits erwartet worden. Der Regierungschef hatte das Ende der Legislaturperiode der Nationalversammlung am Mittwoch abgewartet.
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