Montag, 18. Februar 2002

Seit einer Woche keine neuen Erkrankungen

Nach vier Todesfällen ist in Indien die Pest nach Angaben der Zeitung "Hindu" zweifelsfrei nachgewiesen worden. Alle drei von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Tests hätten den Erreger Yersinia Pestis nachgewiesen, schrieb die Zeitung am Dienstag unter Berufung auf das Nationale Institut für ansteckende Krankheiten (NICD). Eine offizielle Erklärung der Behörden wird im Laufe des Tages erwartet.

Bisher starben vier Menschen in Dörfern in Himachal Pradesh nördlich von Delhi an einer Krankheit, deren Symptome der Lungenpest ähneln. Das erste mutmaßliche Opfer der Krankheit war am 2. Februar im nördlichen Bundesstaat Himachal Pradesh gestorben. Eine Woche später war seine Frau tot, am vergangenen Freitag erlag eine Besucherin der Krankheit. Bei 13 Menschen besteht noch der Verdacht auf eine Lungenpesterkrankung. Seit einer Woche sind aber keine neuen Fälle aufgetreten. Die Krankheit ist mit Antibiotika heilbar.

Die Krankheit war im nördlichen Bundesstaat Himachal Pradesh ausgebrochen. Beim letzten Pestausbruch in Indien starben 1994 etwa 100 Menschen.

Die Ungewissheit nach den ersten Verdachtsfällen steigerte die Angst in der Bevölkerung. In Rohru in Himachal Pradesh flohen Menschen aus dem Krankenhaus, in dem Patienten mit der mysteriösen Krankheit behandelt wurden.

Eine Spezialklinik der Hauptstadt Neu Delhi wurde beauftragt, die nötige Ausrüstung und Medikamente bereit zu halten. A. K. Walia, der Gesundheitsminister von Delhi, beklagte, dass in der Hauptstadt täglich 1000 Tonnen Müll liegen blieben. Die Abfälle ziehen Ratten an. Flöhe können den Pesterreger von Ratten auf Menschen übertragen.

Beim bisher letzten Ausbruch der Pest in Indien waren 1994 etwa 100 Menschen ums Leben gekommen.

18.2.2002 07:54