Die Bawag bangt um ihre Millionen

Die akuten Zahlungsprobleme des Münchner Medientycoons Leo Kirch lassen auch die Bawag zittern: Das Institut bangt um Kredite in der Höhe von bis zu 128 Millionen Euro. Lesen Sie alles über die Bawag-Kredite an Leo Kirch im aktuellen FORMAT.
Zwischen dem Vorstandsdirektor der Bank für Arbeit und Wirtschaft (Bawag) und seinen Kollegen von der Bayerischen Landesbank (BLB) laufen die Leitungen heiß. Den Weißwurstbankern ihnen gehören 46 Prozent der Anteile an der Bawag bereitet Medientycoon Leo Kirch schlaflose Nächte. Allein er schuldet ihnen satte 1,9 Milliarden Euro. Wenn Kirch seine Kredite nicht zurückzahlt, bedeutet das für die Bayern ein finanzielles Desaster. BLB-Sprecher Matthias Priwitzer: Die Situation ist extrem angespannt.
Kirch schuldet der Bawag 128 Mio. Euro
Laut FORMAT exklusiv vorliegenden Aufsichtsratspapieren steht Kirch nicht nur bei deutschen Großbanken in der Kreide. Auch die Bawag hat einen maroden Kirch-Kredit in den Büchern stehen. Höhe: 250 Millionen D-Mark (128 Millionen Euro). Bawag- Sprecher Dieter Pietschmann: Der Kreditrahmen ist nicht zur Gänze ausgenützt worden. Das Engagement ist jedenfalls ausreichend besichert. Die Bawag nahm unter Führung der BLB an einer sogenannten Konsortialfinanzierung teil. Stolze 1,5 Milliarden Mark (767 Millionen Euro) sollten laut Papier von mehreren Banken für die Langfristfinanzierung von Premiere World Kirchs Bezahlfernsehen fließen.
Der deutsch-österreichische Markt für Pay-TV entwickelte sich aber nicht wie erwartet. Über Jahre wurden Dutzende Millionen Euro in Werbung, Technologie und Kundenbindungsprogramme investiert. Ohne sichtbaren Erfolg: Die Kundenzahlen stagnieren. Diese Entwicklung und die hohen Verluste bei Premiere veranlaßten den australischen Medienmogul Rupert Murdoch zum Ausstieg aus der Partnerschaft bei Premiere. Der belastete Kirch auch finanziell: Satte 1,9 Milliarden Euro muß der Münchner bis zum Herbst für Murdochs 22-Prozent-Anteil auftreiben. Geld, das Kirch nicht hat.
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