Samstag, 16. Februar 2002

Zur Begleichung von Krediten - Mitteilung an Börsenaufsicht

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende des zusammengebrochenen US-Energieriesen Enron, Kenneth Lay, hat vor der Pleite des Unternehmens im vergangenen Jahr Aktien im Wert von 70 Millionen Dollar (80,4 Millionen Euro) an die Firma zurück verkauft. Die jetzt bekannt gewordenen Aktienverkäufe gehen aus einer Pflichtmitteilung an die Börsenaufsicht hervor.

Darunter waren auch 16,3 Millionen Dollar, die er innerhalb von 13 Tagen nach einer internen Warnung über den möglicherweise bevorstehenden Kollaps der Firma verkaufte. Mit dem Geld beglich er Kredite, die er bei Enron aufgenommen hatte.

Die Verkäufe, in Blöcken bis zu vier Millionen Dollar, fielen in eine Zeit, in der die Enron-Aktie von rund 78 Dollar auf 15 Dollar fiel. Dabei verkaufte Lay auch Aktien, während er in der Firma noch die Stabilität und die guten Zukunftsaussichten von Enron lobte.

"Das dritte Quartal sieht gut aus", erklärte am 26. September. Am 4. September hatte Lay für vier Millionen Dollar Aktien verkauft. Zusätzlich zu den Rückverkäufen an Enron verkaufte Lay auch Aktienpakete im offenen Handel. Zusammengenommen trennte er sich 2001 von Aktien im Wert von 100 Millionen Dollar.

Vor einem Untersuchungsausschuss des US-Kongresses machte Lay am Dienstag wie angekündigt von seinem Recht zur Aussageverweigerung Gebrauch, um sich nicht selbst zu belasten.

16.2.2002 14:14