Mittwoch, 13. Februar 2002

16 Tochtergesellschaften in Spanien

Der Enron-Skandal schwappt nun auch auf Spanien über. Nach den jüngsten Ermittlungen unterhielt der US-Konzern rund 16 spanische Tochtergesellschaften, deren Verwaltung sich allerdings über die Niederlande erfolgte, berichtet die spanische Wirtschaftszeitung "Expansión". Demnach gehen die spanischen Ermittlungsbehörden davon aus, dass die Firmen des spanischen Filial-Netzes wie jene in den USA zur Veruntreuung von Geldern ausgerichtet waren.

Der Energiekonzern versorgte in Spanien rund 300 Unternehmen mit Strom. Nach Angaben der spanischen Energiekommission entsprach das einem Marktanteil von 0,3 Prozent. Enron Espana hatte 1997 als einer der ersten Anbieter auf dem teilliberalisierten Strommarkt Spaniens Fuß gefasst. Bereits Ende 2001 entzog die CNE dem spanischen Enron-Konzern die Lizenz. Die betroffenen Unternehmen wechselten zu den spanischen Stromproduzent Endesa, Iberdrola, Unión Fenosa und Gas Natural.

Nun ermittelt einerseits das Madrider Gericht wegen der Aussetzung der Zahlungen von Enron Espana Energía. Andererseits geht die spanische Energiekommission möglichen Unregelmäßigkeiten der spanischen Enron-Tochterunternehmen nach. Die Aufklärung werde jedoch kompliziert, da abgesehen von den Stromproduzenten Enron Espana Energía und Enron Wind nicht immer klar sei, welchen Zweck die seit 1997 entstandenen Tochtergesellschaften in Spanien hatten, so der Zeitungsbericht. Die Spur dieser Unternehmen führt nach Holland, wo Enron nach Ermittlungen rund 140 Tochtergesellschaften unterhielt, da sie dort günstigere steuerliche Bedingungen vorfanden.

13.2.2002 17:39