Mittwoch, 13. Februar 2002

"Insolvenz von Libro wäre vermeidbar gewesen"

Libro-Ex-Boss und Miteigentümer Andrè Rettberg glaubt bis heute daran: "Dass die Insolvenz von Libro vermeidbar gewesen wäre." Noch vor weniger als einem Jahr hetzte Mr. Libro von einem Meeting zum nächsten. Bis zuletzt ging er davon aus, die Krise zu meistern - kaufte trotz fallender Kurse Libro-Aktien auf Pump - und schlitterte geradewegs auch in ein persönliches Finanzdesaster.

Der tiefe Fall: Am Höhepunkt des Libro-Hypes war sein Aktienpaket gut eine Milliarde Schilling wert, heute hat er 60 Millionen Schilling Schulden. Für Rettberg ist sein persönliches Finanzdebakel aber nur einer von mehreren Brandherden:

- Der neue Libro-Vorstand wird ihn voraussichtlich auf Schadenswiedergutmachung klagen.

- Rettberg steht vor dem persönlichen finanziellen Ruin: Er haftet für einen Kredit bei der CA in Höhe von 4,3 Millionen Euro (60 Millionen S). Besichert hat er das Darlehen mit seinem zuletzt knapp 10-prozentigen Anteil an Libro - der ist inzwischen allerdings mehr oder weniger wertlos. Die Bank hat daher vorsorglich einen Exekutionstitel über 726.728,34 Euro (10 Mio. S) erwirkt und das Versteigerungsverfahren für Rettbergs privates Wohnhaus in Bad Fischau eingeläutet.

- Und die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt hat eine Erhebung wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung eingeleitet. Denn im Gegensatz zu Rettberg geht Ex-Finanzminister Andreas Staribacher in seinem Gutachten zur Libro-Pleite davon aus, dass die "Erkennbarkeit der Unternehmenskrise mit spätestens Frühjahr 2000 eingegrenz werden kann". Angemeldet wurde die Insolvenz mehr als ein Jahr später.

Alle Details über den Libro-Pleitier lesen Sie im neuen NEWS.

13.2.2002 16:10