Mittwoch, 13. Februar 2002

Laut Umfrage kein schneller Aufschwung erwartet

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet in diesem Jahr keinen schnellen und starken Wirtschaftsaufschwung. "Erst im Jahresverlauf ist ein kraftloses Wachstum in der deutschen Wirtschaft zu erwarten", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben anlässlich der Vorstellung der DIHK-Frühjahrsumfrage unter Unternehmen.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft sei derzeit gedrückt, die Konjunktur bleibe labil. Am Arbeitsmarkt stünden die Zeichen daher auf weiteren Stellenabbau. Es werde 2002 durchschnittlich mehr als vier Millionen Arbeitslose geben, sagte Wansleben.

Die Investitionspläne der Firmen fielen noch schlechter aus als während der Rezession 1993. Der Binnennachfrage werde keine Kraft zugetraut, der Export sei wieder einziger Hoffnungsträger.

Wansleben sagte weiter, die Angst vor einer überzogenen Lohnrunde lege sich wie ein dunkler Schatten auf Investitionen und Arbeitsmarkt. Die Gewerkschaften machten mit ihren "aberwitzigen Forderungen" vieles kaputt, was an Vertrauen durch die moderaten Abschlüsse der Vergangenheit geschaffen worden sei, beklagen die Unternehmen Wansleben zufolge in der Umfrage.

Lediglich in der Industrie gebe es erste Anzeichen für eine Besserung der Lage. Dagegen habe die Bauwirtschaft immer noch nicht die Talsohle erreicht. Der DIHK befragt traditionell im Frühjahr und im Herbst mehr als 25.000 Unternehmen aus den Branchen Industrie, Dienstleistungen, Handel und Bauwirtschaft.

13.2.2002 11:07