Lay unter Strafandrohung zur Befragung geladen

Der von zwei US-Kongressausschüssen unter Strafandrohung vorgeladene Exvorstandsvorsitzende des zusammengebrochenen Energieriesen Enron, Kenneth Lay, hat die Aussage verweigert. Lay berief sich bei seiner heutigen Befragung auf sein Schweigerecht (Fifth Amendment).
Nach der größten Firmenpleite der US-Geschichte erhofften sich die Ermittler von Lay Aufschluss über die Hintergründe des Zusammenbruchs.
Lay war jedoch bereits in der vergangenen Woche nicht zu den Kongressanhörungen erschienen, woraufhin eine neue Befragung angesetzt und dem 59-Jährigen mit Strafverfolgung gedroht wurde, sollte er erneut fern bleiben. Lay hatte Ende Jänner sein Amt als Vorstandsvorsitzender der Konzerns niedergelegt und sich in der vergangenen Woche auch aus dem Aufsichtsrat zurückgezogen. Angesichts der Untersuchungen, von denen sich einige auf seine Person konzentrierten, sei sein Rückzug diesem Ziel dienlicher, erklärte er. Neben mehreren Kongressausschüssen haben auch die Bundespolizei FBI sowie Justiz- und Arbeitsministerium Ermittlungen eingeleitet.
Enron hatte Mitte November eingeräumt, den Gewinn in den vergangenen vier Jahren um rund 20 Prozent zu hoch angegeben und einen Großteil der Schulden von 15 Milliarden Dollar (17,3 Mrd. Euro/238 Mrd. S) nicht in den Bilanzen ausgewiesen zu haben. Nach gescheiterten Übernahmeverhandlungen mit Dynegy hatte der Konzern am 2. Dezember Konkurs angemeldet.

