Drohungen gegen den Irak und Nordkorea

US-Außenminister Colin Powell hat die europäische Kritik an der amerikanischen Irak-Politik zurückgewiesen. Die Europäer sollten sich eher über die unterdrückerische und bedrohliche Natur des Regimes in Bagdad aufregen, so Powell. US-Präsident George W. Bush ist am Sonntag zu seinem ersten Staatsbesuch mit Powell in Japan eingetroffen. Er hat vor seiner Asienreise am Samstag dem Irak erneut mit einem Militärschlag gedroht. Die Terroristen versuchten in Ländern Unterschlupf zu finden, die Massenvernichtungswaffen herstellen, glaubt Bush.
Bush habe zwar Klartext gesprochen, als er den Irak, Iran und Nordkorea als "Achse des Bösen" bezeichnete. Unilaterale Schritte hätten die USA aber nicht unternommen. Einen Riss in der transatlantischen Freundschaft sieht Powell nicht. Die Europäer würden bald einsehen, dass Bush alle Optionen im Umgang mit dem Irak gründlich prüfe und überlegt handle.
Bush und die Achse des Bösen"
Diese Länder würden damit Teil des Terrornetzwerks. Dazu zählten vor allem solche, die ihre eigenen Menschen vergasten, sagte Bush in Anspielung auf einen Senfgaseinsatz von Saddam Hussein gegen irakische Kurden im März 1988, der etwa 5.000 Menschenleben gefordert haben soll. Die USA hofften, dass diese Länder ihre Politik änderten und weder ihr eigenes Volk noch ihre Nachbarn bedrohten, sagte Bush. Andernfalls würden die USA einschreiten.
Sechs Tage durch Asien
Bush flog von Alaska weiter zu seiner sechstägigen Asienreise. Er wird heute in Japan erwartet. Dort wird er morgen am Montag mit dem japanischen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi zusammentreffen. Bei ihrem vierten Zusammentreffen werden die beiden Staatsmänner auch über regionale Fragen wie die Situation auf der koreanischen Halbinsel und die Sicherheitslage in der gesamten asiatisch-pazifischen Region sprechen.
Laut japanischen Medien wollte Bush vor Beginn der Gespräche zunächst den Meiji-Schrein in Tokio aufsuchen und sich dann in dem Shinto-Heiligtum gemeinsam mit Koizumi eine Vorführung traditionellen japanischen Bogenschießens zu Pferde ansehen. Abends werden sich die Außenminister der beiden Länder zu Arbeitsgesprächen treffen, während die Staatschefs zusammen essen.
Am Dienstag will der US-Präsident eine Rede vor dem Oberhaus des japanischen Parlaments halten, bevor er und seine Frau Laura vom japanischen Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko zum Mittag im Palast empfangen werden. Anschließend geht es weiter nach Südkorea.
"Nordkorea versucht die Freiheit bedrohen"
Während seines Besuchs in Südkorea will der Präsident auch die Grenze zu Nordkorea besuchen. In seiner wöchentlichen Radioansprache hat Bush erst gestern seine Kritik am kommunistischen Nordkorea erneuert. Er werde die Welt daran erinnern, dass Nordkorea versuche, "die Freiheit mit Massenvernichtungswaffen zu bedrohen".
Danach wird Bush, der von Außenminister Colin Powell und Sicherheitsberaterin Condoleeza Rice begleitet wird, in China erwartet. Der Anti-Terrorkampf steht bei den Besuchen in Japan, Südkorea und China im Mittelpunkt. Bush hatte Nordkorea in seiner Rede zur Lage der Nation Ende Jänner zusammen mit dem Irak und Iran als "Achse des Bösen" bezeichnet. Außenminister Powell versuchte später, die Unterschiede zwischen diesen Ländern stärker herauszuarbeiten.
Familiendrama in St. Pölten16:26
Bluttat: Tochter Zeuge?Vater schoss auf Sohn und richtete sich selbst. Waffenbesitz des 37-Jährigen illegal
Kriminalität20:48
Acht Jahre lang Sklavin19-jährige Deutsche wurde jahrelang misshandelt. Mutmaßliche Täter verhaftet.
Raubvögel vergiftet11:09
Falken ausgerottetBregenz: Taubenzüchter vergiftet gesamte Population am Pfänderstock
