Die rote Sicherheitszone mit allen Mitteln schützen

Italiens Innenminister Claudio Scajola hatte beim G-8- Gipfel von Genua im vergangenen Juli (Durchklicken: Die Bilder) Schießbefehl an die Sicherheitskräfte erteilt. Das hat er laut italienischen Medien selbst eingestanden. Bisher war dieser Umstand den Justizbehörden, die über die Ausschreitungen bei dem Gipfel ermitteln, nicht bekannt. Auch die Polizeispitzen haben den Schießbefehl bisher nicht erwähnt.
Die italienische Opposition hat am Samstag Scajola aufgefordert, umgehend das italienische Parlament über die Vorgänge in Genua zu informieren.
Todesschüsse und Misshandlungen
Am 20. Juli war der italienische Demonstrant Carlo Giuliani von einem italienischen Militärpolizisten erschossen worden, als er gemeinsam mit anderen Globalisierungsgegnern ein Polizeiauto attackierte. In der darauffolgenden Nacht stürmten Polizeieinheiten eine Schule, in der sich Demonstranten und auch Journalisten befanden. Zahlreiche Personen wurden von der Polizei misshandelt und teilweise schwer verletzt.
11. September zur nachträglichen Rechtfertigung
Er habe den Schießbefehl nach dem Tod von Giuliani erteilt, sagte Scajola italienischen Journalisten nach dem Treffen der EU-Innenminister in Santiago de Compostela am Freitag. Das Eindringen von Demonstranten in die rote Sicherheitszone hätte unter allen Umständen verhindert werden müssen, da die Sicherheit der Gipfelteilnehmer in Gefahr gewesen sei. Wie ernst die Lage wirklich gewesen sei, habe der 11. September bewiesen, wurde Scajola von den Medien zitiert.
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