Samstag, 16. Februar 2002

"...ein Befreiungsmanöver, das Spielraum schafft"

Als "Nagelprobe für die Frau Vizekanzlerin" bezeichnet der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll den Rückzug von Jörg Haider aus der Bundespolitik. In einem Interview mit dem am Montag erschienenden Nachrichtenmagazin FORMAT fordert Pröll von Riess-Passer nun eine "deutliche Trenung zwischen Regierungsarbeit und Einzeleskapaden".

Er traue ihr zu, "dass sie die FPÖ neu ordnet und zu einem staatspolitisch verantwortlichem Partner macht." Der Rückzug Haiders sei für die FPÖ ein "Befreiungsmanöver, das für Vizekanzlerin Riess-Passer doch enormen zusätzlichen Freiraum schafft". Jetzt gehe es daum, "eine rasche Neuordnung zustande zu bringen. Dann bin ich überzeugt davon, dass innerhalb der Regierung die Zeit des Erntens anbricht."

Die Situation sei "ernst, aber in erster Linie für die FPÖ intern". Mit Neuwahlen rechnet Pröll aber nicht: "Zur Stunde zweifle ich nicht an einem turnusmäßigen Termin im Oktober 2003". Er glaube nicht, dass Riess-Passer oder Finanzminister Karl-Heinz Grasser "einem Auftrag Haiders" zum Rückzug aus der Regierung folgen würden

Wenig Verständis hat Pröll für Haiders "Angerührtheit, die im ZIB 1 Interview so deutlich spürbar war. Das zeigt nicht von großem Format.Wer in der Politik schwer austeilt, darf nicht so zimperlich sein."

16.2.2002 08:13