El-Kaida-Mitglieder sollen sich im Iran aufhalten
Ein junger Palästinenser ist nach Informationen von US-Ermittlern der neue Militärchef des El-Kaida-Netzwerks. Der 30-jährige Abu Zubaydah versuche zur Zeit, Schläfer der Organisation zu aktivieren, und plane neue Anschläge gegen die USA und ihre Verbündeten, zitierte die "New York Times" am Donnerstag US-Regierungsbeamte.
"Der Mann ist mindestens so gefährlich wie Bin Laden selbst", sagte ein Ermittler der Zeitung. Der Palästinenser kenne fast alle El-Kaida-Kämpfer persönlich.
Der in Riad geborene Zubaydah soll aus einer wohlhabenden Familie stammen und gehört nach bisherigen Erkenntnissen bereits seit Anfang der neunziger Jahre zum Führungszirkel des Bin-Laden-Netzwerks. Da er sich so gut wie nie fotografieren oder filmen ließ, konnte Zubaydah sich bisher der Festnahme entziehen.
Zubaydah soll direkt an der Vorbereitung der Anschläge vom 11. September beteiligt gewesen sein. Gleichzeitig soll er den Ermittlungen zufolge Attentate auf US-Einrichtungen in Europa, unter anderem die Botschaften in Paris und Sarajewo, geplant haben. Zubaydah trat demnach die Nachfolge von Mohammed Atef an, der im November vergangenen Jahres Opfer eines US-Luftangriffs in Afghanistan wurde.
Die konservative iranische Zeitung "Djomhuri Eslami" berichtete unterdessen unter Berufung auf Teheraner Parlamentarier, El-Kaida-Mitglieder seien über Pakistan in den Iran gelangt. Grund sei die Schließung der Grenzen durch pakistanische Behörden, die die mutmaßlichen Terroristen in den Iran abdrängten. Nach Schließung mehrerer radikaler Koranschulen in Pakistan hätten zudem rund 280 Studenten die Grenze in den Iran überquert.
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