US-Sicherheitskräfte in höchster Alarmbereitschaft

Noch nie hat es eine so konkrete Terror-Warnung gegeben: Das FBI fürchtet einen unmittelbar bevorstehenden Terroranschlag ( Die Bilder der Verdächtigen ). Die Anschläge seien vermutlich entweder direkt in den USA oder gegen US-Interessen im Ausland geplant und könnten bereits heute ausgeführt werden, hätten Verhöre von Taliban- und El Kaida-Gefangenen ergeben ( Die Bilder aus Kuba). Hinweise auf einen Anschlag auf die Olympischen Spiele in Salt Lake City gibt es angeblich nicht. Ein Experte verrät auch Details über die Art möglicher Anschläge: Er prophezeit den Einsatz von Massenvernichtungs-Waffen, so etwa eine Nuklearbombe.
Das FBI hatte seit den Anschlägen vom 11. September drei Mal vor möglichen neuen Anschlägen gewarnt. Noch nie wurden dabei aber derart konkrete Angaben gemacht. Das FBI hatte nach eigenen Angaben keine näheren Informationen über das mögliche Anschlagsziel. Beamte präzisierten aber, dass es keine Hinweise auf einen Anschlag auf die Olympischen Spiele in Salt Lake City gebe.
Anschlag um den 12. Februar herum möglich
"Neue Informationen weisen auf einen geplanten Anschlag am oder um den 12. Februar in den USA oder gegen US-Interessen hin", teilte das FBI mit. "Daran könnten eine oder mehrere Zellen beteiligt sein." Die Bundesbehörde forderte alle Amerikaner zu höchster Wachsamkeit auf.
USA verdächtigen Furkan
Hauptverdächtiger ist der 1979 in Saudiarabien geborene Fawaz Yaha el Rabeii alias Furkan (Bild). Er reist nach FBI-Informationen mit einem jemenitischem Pass, dessen Nummer das FBI ebenfalls angibt. Es gebe allerdings keine Hinweise, dass der Mann in die USA eingereist sei. Ein Dutzend weiterer Männer werden verdächtigt, an der Planung beteiligt zu sein, die meisten von ihnen aus Jemen und Saudiarabien. Das FBI weist die Polizei an, die genannten Männer bei Entdeckung sofort festzunehmen. "Alle sollten als äußerst gefährlich eingestuft werden", heißt es in der FBI-Warnung.
Auf der FBI-Webseite sollten noch in der Nacht Fotos der Männer veröffentlicht werden. Die Webseite war allerdings nach der Veröffentlichung der Warnung so gefragt, dass der Zugang zunächst nicht möglich war.
Experte: Nächster Anschlag mit Massenvernichtungs-Waffen
Als nächste Etappe in der Attentatskampagne des Terrornetzwerkes El-Kaida könnten nach Einschätzung des Terror-Experten Francois Heisbourg Anschläge mit Massenvernichtungswaffen drohen. Der von den USA geführte Krieg gegen die El-Kaida-Terroristen habe das Netzwerk so stark geschwächt, dass es komplexe Anschläge wie die am 11. September nicht mehr ausführen könne, erklärte der Präsident der International Institute of Strategic Studies (London) am Dienstag in Paris.
"In der Logik der Organisation El Kaida bedeutet dies, dass sich das Netzwerk jetzt so rasch wie möglich Massenvernichtungswaffen zuwenden wird", sagte Heisbourg, der auch Direktor der französischen Stiftung für strategische Forschung (FRS) ist. Die Anschläge am 11. September hätten mit erheblichem personellen Aufwand lange vorbereitet werden müssen. Das Aufdecken von El-Kaida-Zellen in Frankreich, Spanien, Bosnien und Singapur sowie die weitgehende Ausschaltung der Führungsspitze durch die US-Intervention in Afghanistan machten es für die Gruppe nahezu unmöglich, einen weiteren Anschlag dieser Art auszuführen, sagte Heisbourg. Eine Reihe von "Schläfer"-Zellen könnte aber immer noch handeln. Atomare, biologische und chemische Waffen seien dabei von der Vorbereitung und dem Zeitaufwand her einfacher einzusetzen.
El-Kaida-Terroristenchef Osama bin Laden und der Chef der afghanischen Taliban-Bewegung, Mullah Mohammad Omar, sind trotz intensiver Fahndung noch nicht gefasst worden. Der afghanische Innenminister Yunis Kanuni sagte am Dienstag in einem Zeitungsinterview, er vermute, dass dafür Elemente im pakistanischen Geheimdienst verantwortlich seien, die der neuen Linie Präsident Pervez Musharrafs nicht folgten. Musharraf hatte die Taliban bis zum gewaltsamen Tod der rund 3000 Menschen in New York, Washington und Pennsylvania unterstützt, war dann aber umgeschwenkt.
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