Klubobmann war nicht erreichbar

Das Rätselraten um FPÖ-Klubobmann Peter Westenthaler geht weiter. Seit Mitte der Vorwoche kursierenden Gerüchten um seinen Rücktritt und auch heute wollte er dazu persönlich keine Stellung nehmen. FP-Generalsekretär Sichrovsky berichtet von einer Ruhepause Westenthalers. Die persönliche Referntin von Westenthaler, Daniela Ecker, dementiert dagegen diese Aussage. Der Klubobmann mache keineswegs Pause, sondern habe im Gegenteil viel zu tun. Über seine Zukunft gäbe es "nichts Neues". Westenthalers Stellvertreterin Partik-Pable meinte, er sei jedenfalls nicht abgängig.
FPÖ-Klubobmann Peter Westenthaler hat auch am Montag sein Schweigen in der Öffentlichkeit unbeirrt fortgesetzt. Allerdings ließ Westenthaler am Abend über seine persönliche Referentin Daniela Ecker eine Meldung des freiheitlichen Generalsekretärs Peter Sichrovsky dementieren, wonach er eine "wohl verdiente Ruhepause" genommen hätte. Dies sei "unrichtig", vielmehr habe Westenthaler "den ganzen Tag seine Arbeit, teils in seinem Büro im Parlament, teils außerhalb, verrichtet und überdies eine Fülle von Terminen wahrgenommen".
Helene Partik-Pable: "Westenthaler ist nicht abgängig"
FPÖ-Sicherheitssprecherin Helene Partik-Pable erklärte in den Medien, Klubobmann Peter Westenthaler sei "sicher nicht abgängig". "Ich habe heute sein Auto und ihn selbst ganz kurz gesehen, aber nichts gesprochen". Als Grund für das anhaltende Schweigen Westenthalers nennt Partik-Pable eine "Enttäuschung", über die er vorziehe, nicht zu sprechen.
"Es ist schon möglich, dass in Entscheidungen der letzten Tage etwas dabei war, was Westenthaler nicht gefallen hat, nicht seinen Wünschen entsprochen hat. Und dass er es vorzieht, nicht über seine Enttäuschung zu sprechen. Das muss man auch einem Politiker zu erkennen", so Partik-Pable.
Unmut über Westenthalers Abtauchen
Der stellvertretende FPÖ-Obmann Hubert Gorbach erklärte im "Kurier", ihm gefalle nicht, "dass Westenthaler für ein paar Tage abgetaucht ist". Andererseits müsse man ihm das "nach dem ganzen Druck zugestehen". Er hoffe, so Gorbach, dass sich Westenthaler darauf besinne, eine wichtige Aufgabe zu haben. "Ich wünsche, dass sich das wieder einrenkt".
Der FPÖ-Abgeordnete und Ofenroh-Fabrikant Gerhard Bauer betonte, "Westenthaler wird Klubobmann bleiben". Er sei ein ausgezeichneter Klubchef, der von allen respektiert wird". Deshalb habe auch er sich bemüht, nach dem Motto "wegen einer verlorenen Schlacht geben wir den Krieg nicht auf", Westenthalers emotionale Schwankungen auszugleichen".
Wie der "Kurier" berichtet, habe ein Spitzenmann in der FPÖ erklärt, dass "alle in der Partei aufgeregt sind".
Rätselraten: Sichrovsky berichtet von Ruhepause
Sichrovsky hatte zuvor zu Westenthaler gemeint, "er hat bisher überhaupt keine Funktion zurückgelegt. Er hat keinen Rückzug angekündigt, er hat keine neuen Funktionen angekündigt, er hat keine Beendigung der politischen Karriere angekündigt. Er gönnt sich eine Pause." Wie lange diese Pause sein werde, konnte Sichrovsky nicht beantworten: "Ich weiß nicht, wie lange". Jedenfalls würde er "das Ganze nicht überbewerten. Es gibt immer zwei Methoden, wenn eine große Welle kommt, um damit fertig zu werden - die einen springen drüber, die anderen tauchen durch".
"Er bringt uns Kollegen auch in eine Situation, in der wir das einfach nur respektieren können. Es gibt keine öffentliche Erklärung von ihm, weder positiv noch negativ, weder eine Zusage noch eine Absage, noch eine Ankündigung, dass er etwas anderes machen will". Sichrovsky weiter: Man müsse "das jemandem zugestehen, sich in der politischen Karriere einmal auszuklinken, einmal nachzudenken, wie es weiter geht".
Westenthaler lässt demetieren
Die persönliche Referentin des Klubchefs, Ecker, erklärte, Westenthaler "gönnt sich keine Ruhepause, die er auch nicht braucht, sondern er erlaubt sich derzeit über seine persönliche politische Zukunft keine Aussagen gegenüber den Medien abzugeben, da es diesbezüglich keine berichtenswerten Neuigkeiten gibt".
Dem Vernehmen nach soll es im Vorfeld der Bestellung der ORF-Direktoren parteiintern zu Kontroversen gekommen sein. Laut Berichten der Magazine "profil" und FORMAT hat Parteichefin Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer dem Klubchef das Verhandlungsmandat entzogen und die Personalentscheidungen im ORF zur Chefsache erklärt. Seither soll Westenthaler schwer verstimmt sein und - wieder einmal - mit dem Rücktritt drohen. Selbst die Niederlegung aller Parteifunktionen - Westenthalter ist auch einer der drei Stellvertreter der Parteiobfrau - und ein Parteiaustritt werden nicht ausgeschlossen.
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