Probst: System "ziemlich kompliziert"

Die Probleme mit der Ambulanzgebühr gehen weiter: Die Einnahmen liegen unter den Erwartungen und es kommt zu erheblichen Verzögerungen. Derzeit werden erst die Vorschreibungen für das 3. Quartal 2001 eingehoben, teilt der Geschäftsführer des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Josef Probst, mit. FP-Gesundheits-staatssekretär Reinhart Waneck sieht dagegen den Erfolg der Ambulanzgebühr bestätigt.
Für das letzte Quartal gibt es noch keine Daten, so Probst. Man werde nun noch bis Ende Februar zuwarten und das Geld für die später einlangenden Daten dann erst im nächsten Quartal einheben. Die Krankenkassen müssen somit länger auf die Einnahmen aus der Gebühr warten.
Als Grund für die Verzögerung führte Probst an, dass das System der Einhebung "ziemlich kompliziert" sei. Die Spitäler müssen die Daten an die Krankenkassen weiterleiten und diese dann an den Hauptverband, dort werden sie abgeglichen und an die Kassen zurückgeschickt, die dann die Vorschreibungen an die Patienten vornehmen. Von den Spitälern kämen die Daten nur "schleppend", erläuterte Probst. Es gebe auch "nachträglichen Erklärungsbedarf", weil die Menschen die Gebühr erst nachträglich vorgeschrieben bekommen.
Auch die Einnahmen aus der Gebühr bleiben unter den Erwartungen. Im ersten vollen Quartal, jenem von Juli bis September, wurden 1.072.000 Besuche verzeichnet. Die 569.000 Patienten müssen nun insgesamt 13,23 Mill. Euro (182 Mill. Schilling) berappen. Rechnet man das auf das ganze Jahr hoch, käme man auf 52,92 Mill. Euro (728 Mill. S) und bliebe deutlich unter den anfangs angepeilten 72,7 Mill. Euro (1 Milliarde Schilling).
Waneck: Erfolg der Ambulanzgebühr bestätigt
"Wenn, wie Probst sagt, die Einnahmen unter den Erwartungen liegen, so bedeutet dies, dass weniger Menschen die Ambulanzen frequentiert haben als bisher: Der Lenkungseffekt greift," widerspricht FP-Gesundheitsstaatssekretär Waneck.
Ohne die finanziellen Auswirkungen genau quantifizieren zu können, könne davon ausgegangen werden, dass die Ersparnis durch den rückläufigen Besuch der teuren Spitalsambulanzen die Mindereinnahmen durch weniger Behandlungsbeitrag mehr als ausglichen würden, meint Waneck.
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