Millionen Dollar gingen Politiker

Der Pleite gegangene US-Energieriese Enron hat bei seinen Bemühungen, Politiker zu beeinflussen, modernste Technik eingesetzt. Das texanische Unternehmen benutzte ein eigens entwickeltes Computerprogramm mit dem Codenamen "Matrix", um die wirtschaftlichen Auswirkungen von geplanten Gesetzesänderungen auf Enron-Geschäfte genau zu errechnen.
Dies berichtete die "Washington Post" am Sonntag. Lobbyisten gaben demnach in dieses Programm alle Details geplanter Gesetzesvorhaben ein. Waren die Kosten für Enron zu hoch, begannen die Lobbyisten dem Bericht zufolge ihren Einfluss auf Politiker auszuüben.
Der unter spektakulären Bedingungen zusammengebrochene Energieriese hatte Millionen Dollar an Politiker gegeben. Während des Präsidentenwahlkampfes hatte Enron auch die Kampagne von George W. Bush massiv unterstützt. Der Konzern hatte nach einer internen Untersuchung Bilanzen manipuliert und Schulden in zweifelhaften Transaktionen mit Partnerschaften versteckt. Der Kongress in Washington untersucht die komplizierten Finanzgebilde, an denen sich mehrere Enron-Manager bereichert haben.

