Sonntag, 10. Februar 2002

2001: Waren um 24 Mrd. Euro gestohlen

Jeder vierte Ladendiebstahl in Europa wird von Angestellten begangen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Zentrums für Einzelhandelsforschung im britischen Nottingham. Beliebteste Tageszeit für die Beutezüge der Verkäufer sind die Abendstunden nach Geschäftsschluss. Das Risiko erwischt zu werden ist zu dieser Zeit sehr gering. Ein Angestellter erbeutet durchschnittlich 13 Mal so viel wie ein "gewöhnlicher Ladendieb".

"Die Sicherungssysteme in den Geschäften richten sich meist nur gegen die Kundschaft, nicht gegen die Mitarbeiter", so der Chef des Zentrums, Joshua Bamfield, zu "Bild am Sonntag". Zudem sind die Angestellten meist sehr gut darüber informiert, wie sich das Diebesgut unauffällig aus dem Laden schmuggeln lässt. Pro Beutezug richten sie durchschnittlich knapp 700 Euro (9.632 S) Schaden an!

"Gewöhnliche Ladendiebe" erbeuten nur einen Bruchteil
Gewöhnliche Ladendiebe hätten es schwerer, ihre Beute in Sicherheit zu bringen. Bei der Auswahl des Diebesguts unterscheiden sich die Ladendiebe in Europa kaum voneinander. "Ob Norweger, Deutscher oder Spanier: alle klauen das Gleiche", sagte Bamfield. Meist entschieden sich die Diebe für Alkohol, Designermode, CDs, Parfüm, Dessous und Schmuck. Durchschnittlicher Wert pro Klau: rund 51 Euro.

2001: Waren im Wert von 24 Mrd. Euro gestohlen
Als weiteren gesamteuropäischen Trend machte die Studie aus, dass die Diebe immer stärker auf Qualität und Wert der Ware achteten. "30 bis 40 Prozent der Langfinger sind drogensüchtig und finanzieren so ihren Stoff", sagte Bamfield zur Begründung. Der Studie zufolge wurden in Europa im vergangenen Jahr insgesamt Waren im Wert von rund 24 Mrd. Euro geklaut.

10.2.2002 10:25