Donnerstag, 7. Februar 2002

Maut soll jährlich 600 Mil. Euro bringen

In den Mittagsstunden endete Freitag die Ausschreibungsfrist für die Errichtung und den Betrieb eines Lkw-Mautsystems. Beworben haben sich fünf Konsortien, der Betreiber soll Ende Juni feststehen. Bei dem Auftrag geht es um 180 Mill. Euro (2,48 Mrd. S).

Die Investitionen für das Projekt werden laut Bewerberkreisen deutlich über den zuletzt kolportierten 180 Mill. Euro (2,48 Mrd. S) liegen. Systementscheidung (Mikrowelle oder Infrarottechnologie) sei aber noch keine gefallen, hieß es aus den Kreisen.

Laut Ausschreibung müsse binnen sechs Monaten der offizielle Zuschlag fallen. Die System-Entscheidung werde im Wesentlichen davon abhängen, ob in Deutschland - wie vom dortigen Verkehrsministerium geplant - die Deutsche Telekom in einem Konsortium mit DaimlerChrysler bis dahin den Zuschlag für ihr GSM/GPS-System erhalte. Damit würde das Konsortium in Österreich mit einem Schlag der günstigste Anbieter. Ansonsten wären die Angebote jener, die rein auf Mikrowellentechnologie setzen, die günstigeren, so die Kreise.

In Deutschland scheint sich die Entscheidung zur Lkw-Maut aber kräftig zu verzögern. Der deutsche Bundesrat hat vergangene Woche das geplante Autobahnmautgesetz abgelehnt und den Vermittlungsausschuss angerufen. Davor hatte bereits das Oberlandesgericht Düsseldorf verfügt, dass neben dem alleinigen Anbieterkonsortium DaimlerChrysler/Deutsche Telekom das zuvor ausgeschiedene Konsortium "Arges" als zweiter Bieter zugelassen werden müsse. Der Zeitplan für die Lkw-Maut-Einführung in Deutschland ist damit durcheinander geraten.

Aus der Asfinag hieß es zur Frage des Systems am Donnerstag, dass die endgültige Entscheidung noch nicht gefallen sei. Die Ausschreibung ließe alles offen. Was die Einführung des Systems betrifft, strebt die Asfinag einen Start spätestens mit 1. Juli 2003 an. Insider sprechen bei diesem Termin aber allerhöchstens von einer "Richtgröße". Der frühere Vorstand der Asfinag, der im August des Vorjahres abgetreten ist, soll im Gegensatz zur aktuellen Unternehmensführung Einnahmen aus der Lkw-Maut erst mit 2004 budgetiert haben.

Im Schnitt wird die Lkw-Maut in Österreich 22 Cent pro Kilometer betragen. Die kleinsten Lkw sollen pro Kilometer 13 Cent, die größten 25 Cent bezahlen. Laut Plänen des neuen Vorstands sollen die Einnahmen der Asfinag aus Straßenbenutzungsentgelten mit Einführung der Lkw-Maut bereits 2003 von 8 Mrd. S (581 Mill. Euro) auf 15,1 Mrd. S (1,097 Mrd. Euro) ansteigen. Für 2025 werden Asfinag-Einnahmen von insgesamt 31,7 Mrd. S (2,30 Mrd. Euro) prognostiziert.

7.2.2002 16:06