Entspannung am Arbeitsmarkt erst 2003

Mit einer deutlichen Entspannung am heimischen Arbeitsmarkt rechnet der Chef des Arbeitsmarktservice (AMS), Herbert Buchinger, erst im Jahr 2003. Heuer werde die Zahl der Jobsuchenden im Jahresschnitt um rund 19.000 oder um 9,2 Prozent auf 221.000 Arbeitslose steigen.
Bei einem gleichzeitigen leichten Beschäftigungswachstum von 0,2 Prozent werde die Arbeitslosenrate nach nationaler Berechnung heuer auf rund 6,6 Prozent nach 6,1 Prozent im Vorjahr steigen, betonte der AMS-Chef heute, Donnerstag, bei der Präsentation des Programms für das laufende Jahr 2002.
Der Konjunktureinbruch werde heuer am markantesten zu spüren sein, bereits für 2003 erwarten die Wirtschaftsforscher wieder einen Anstieg der Beschäftigung um 0,8 Prozent und einen Rückgang der Arbeitslosenzahl auf 213.000 Betroffene, so Buchinger. Die Arbeitslosenrate werde 2003 auf 6,3 Prozent zurückgehen.
603 Mill. Euro für Gegenmaßnahmen
Für aktive Arbeitsmarktpolitik steht dem AMS heuer nahezu unverändert 603 Mill. Euro oder 8,3 Mrd. S zur Verfügung. Um bei steigender Arbeitslosigkeit mit gleich bleibenden Mitteln auszukommen, müsse, so Buchinger, jeder Förderfall um 7 Prozent billiger werden. Schwerpunkte der aktuellen Arbeitsmarktpolitik werde es sein, die Ausgrenzung Benachteiligter zu verhindern und treffsicher nach dem jeweiligen Bedarf der Wirtschaft zu qualifizieren. Dabei stehen die Bereiche IT und Telekommunikation sowie Sozial- und Pflegeberufe im Mittelpunkt.
Um der angespannten Situation am Lehrstellenmarkt entgegenzuwirken, wird das AMS die Ausbildungslehrgänge für Jugendliche im Rahmen des Jugendausbildungsgesetz fortführen. Dafür wurde das Budget von AMS und den Ländern auf 14,5 Mill. Euro (200 Mill. S) verdoppelt. Damit können fast 2.000 Jugendliche, die 2001 die Schule beendet haben und keinen Lehrplatz finden, einen zehnmonatigen Lehrgang beginnen.

