Nachfolge-Rennen eröffnet

Nachdem der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Wim Duisenberg, seinen Rückzug für Mitte 2003 angekündigt hat, werden erste Stimmen laut, dass sein Nachfolger aus Deutschland kommen sollte. "Der nächste EZB-Präsident sollte ein Deutscher sein", sagte die Wirtschaftsexpertin der FDP im Bundestag, Gudrun Kopp, der Hamburger "Bild"-Zeitung (Freitagausgabe). Kopp weiter: "Wir haben die stärkste Wirtschaftskraft und waren Motor der Euro-Einführung."
Auch der SPD-Europaexperte Rainer Fornahl hält eine deutsche Kandidatur für aussichtsreich: "Ich bin überzeugt, dass wir einen ernst zu nehmenden Kandidaten präsentieren können."
Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Wim Duisenberg, hatte am Donnerstag überraschend seinen Rücktritt zur Jahresmitte 2003 erklärt und damit die Debatte um seine Nachfolge neu entfacht. Unmittelbar nach der kurzen schriftlichen Mitteilung der EZB bekräftigte Frankreich, dessen Notenbankchef Jean-Claude Trichet als aussichtsreichster Nachfolge-Kandidat gilt, seinen Anspruch auf den Spitzenposten. Europas oberster Währungshüter und Präsident der weltweit zweitwichtigsten Zentralbank, Wim Duisenberg, will vorzeitig abtreten: Der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) kündigte am Donnerstag an, er werde an seinem 68. Geburtstag, dem 9. Juli 2003, in Ruhestand gehen. Sollte es im Interesse einer glatten Übergabe des EZB-Chefsessels sein, wäre er bereit, ein bisschen länger zu bleiben, habe er dem amtierenden EU-Vorsitz mitgeteilt, sagte der Niederländer bei einer auswärtigen Sitzung des EZB-Rates in Masstricht. Das schließe allerdings eindeutig aus, dass er früher zurücktreten könnte. In Maastricht war vor genau zehn Jahren die Europäische Währungsunion besiegelt worden.
Er wolle aus rein persönlichen Gründen zurücktreten, "genug ist genug", sagte der EZB-Chef. Zwar habe er schon lange über seinen Rücktritt nachgedacht, die Entscheidung sei aber am vorletzten Wochenende im Amsterdam gefallen. Dabei habe er sich ausschließlich mit seiner Frau beraten. Anschließend habe er den Vorsitzenden des EU-Finanzministerrates, Rodrigo Rato, seine Kollegen in der EZB sowie in den Niederlanden Finanzminister und Premier informiert.

