Dienstag, 5. Februar 2002

Firmen sollen 2% vom Einkaufsvolumen zurück zahlen

Der Fachverband der holzverarbeitenden Industrie macht ernst! Er klagt die Leiner/Kika-Gruppe wegen nachträglicher Forderungen an Lieferanten. Der Möbel-Riese hat rückwirkend für die Euro-Umstellung Geld verlangt.

Gestern Nachmittag hat der Fachverband beim Handelsgericht Wien einen Antrag auf einstweilige Verfügung sowie eine Klage wegen Verstoßes gegen § 1 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), "Sittenwidriges Anzapfen" eingebracht. Eine Klage wegen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung beim Kartellgericht behalte man sich noch vor, so der Geschäftsführer des Fachverbandes, Kurt Lang zur APA. In Deutschland hat das Landesgericht Thübingen bereits einem Antrag der deutschen Leiner/Kika-Lieferanten auf einstweilige Verfügung stattgegeben.

Der Marktführer im Möbelhandel, Leiner/Kika, hat zu Jahresbeginn in einem Brief von seinen österreichischen und deutschen Lieferanten rückwirkend 2 Prozent des Einkaufsvolumens des Jahres 2001 als Ersatz für Investitionen und Kosten der Euro-Umstellung gefordert und damit einen Sturm der Entrüstung in der Möbelindustrie ausgelöst. Obwohl der Fachverband mehrere Male Gespräche für eine gütliche Lösung geführt habe, sei der Möbelhandelsriese von seinen Forderungen nicht abgerückt, so Lang.

Fachverband-Vorstand Markus Wiesner zeigt sich optimistisch, dass der Klage stattgegeben wird. "So ein Umgang mit Lieferanten ist nicht in Ordnung. Wir müssen die Vorgangsweise unterbinden sonst wird es gängige Praxis", stellt Wiesner fest. Angesichts der enormen Konzentration könnten sich die Firmen selbst allerdings kaum wehren, daher habe sich der Verband für die Klage entschieden.

5.2.2002 12:52