Aktienpaket ist derzeit im Besitz der Swissair

Die skandinavische Fluggesellschaft SAS ist am Kauf eines Aktienpakets der polnischen Fluglinie LOT S.A. interessiert. Das Unternehmen hat sein Interesse an den 25,1 Prozent der Aktien geäußert, die derzeit die Schweizer Swissair-Gruppe hält. In nächster Zeit solle es ein Treffen eines SAS-Vertreters mit dem LOT-Vorstand geben.
Das teilte der für Privatisierung zuständige Schatzminister Wieslaw Kaczmarek mit. Zuvor sei aber ein Gespräch von SAS und Swissair über das Aktienpaket notwendig.
"Der Weg zu diesem Paket führt erst über die Schweiz, später können wir unsere Meinung zu diesem Angebot mitteilen", sagte Kaczmarek. Swissair hatte bereits vor zwei Wochen offiziell die Absicht erklärt, sich von dem LOT-Paket zu trennen. Das Unternehmen hatte 1999 als strategischer Partner im Rahmen der LOT-Privatisierung Aktienanteile erworben und wollte seinen Anteil an der polnischen Linie eigentlich weiter ausbauen.
Diese Pläne scheiterten allerdings, als Swissair im vergangenen Herbst in finanzielle Turbulenzen geriet. Nach dem 1999 abgeschlossenen Vertrag muss Swissair die polnische Regierung beim Weiterverkauf der LOT-Aktien konsultieren.
In den vergangenen Wochen führten sowohl die deutsche Lufthansa als auch British Airways Sondierungsgespräche über die Einbindung von LOT in ihre jeweiligen Allianzen. SAS gehört wie Lufthansa zur Star Alliance.
LOT flog im vergangenen Jahr in die roten Zahlen und verzeichnete einen Nettoverlust von 639,1 Mill. Zloty (178 Mill. Euro/2,45 Mrd. S). Ein Jahr zuvor hatte die polnische Linie noch einen Gewinn von 28,2 Mill. Euro (388 Mill. S) gemacht. Das Unternehmen plant eine Umstrukturierung mit Kündigungen von rund 800 Mitarbeitern.

