Zur Finanzierung des Reformprogramms

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat der Türkei ein dreijähriges Kreditpaket im Volumen von 16 Milliarden Dollar (rund 18,4 Milliarden Euro) gewährt. Der Fonds teilte am Montag in Washington mit, die Gelder sollten der Finanzierung des Reformprogramms 2002-2004 der Regierung in Ankara zur Überwindung der tiefsten Rezession des Landes seit 1945 dienen.
Die Summe von 16 Milliarden Dollar setzte sich aus neuen Mitteln über zwölf Milliarden und noch verbliebenen vier Milliarden aus einem früheren Kreditprogramm über 19 Milliarden Dollar zusammen. Vom Gesamtbetrag stünden der Türkei neun Milliarden Dollar sofort zur Verfügung. Mit dem neuen Kreditprogramm wird die Türkei mit zusammen 31 Milliarden Dollar größter Schuldner des IWF, noch vor Argentinien mit 22 Milliarden Dollar.
Der Vergabe der Gelder an die Türkei waren monatelange Verhandlungen mit dem IWF über die Sanierung der türkischen Wirtschaft vorausgegangen. Dabei ging es vor allem darum, dass die Regierung in Ankara die Privatisierung von Staatsbetrieben vorantreibt und den angeschlagenen Bankensektor des Landes reformiert. Der IWF unterstellt für dieses Jahr ein reales Wirtschaftswachstum von drei Prozent. In den Jahren 2003 und 2004 sollen dann Wachstumsraten von jeweils fünf Prozent erreicht werden.
Die Inflationsrate soll nach den Plänen 2003 auf 20 Prozent und im Folgejahr auf zwölf Prozent reduziert werden. IWF-Europa-Direktor Michael Deppler äußerte sich am Montag enttäuscht über die Inflationsrate von 5,3 Prozent im Jänner. Allerdings gebe es einige ungewöhnliche Faktoren wie das kältere Wetter in der Türkei, fügte er hinzu. Das Inflationsziel für 2002 von 35 Prozent sei nicht berührt.

