Mittwoch, 6. Februar 2002

Eigene Bestmarke pulverisiert

Stephanie Graf ist für die Hallen-Europameisterschaften vom 1. bis 3. März in Wien optimal gerüstet. Das unterstrich die Kärntnerin am Sonntag mit einem eindrucksvollen 800-m-Sieg beim internationalen Meeting in Gent, wo sie ihren ÖLV-Rekord aus dem Vorjahr in Lievin (1:57,53) auf 1:56,85 Minuten verbesserte und vor der Slowenin Jolanda Ceplak (1:57,18) sowie ihrer Dauerrivalin Maria Mutola (Mosambik/1:57,48) klar gewann. Beim Meeting in Budapest qualifizierte sich Bettina Müller über 60 m für die Hallen-EM.

Stephanie Graf ist bereit für den 800-m-Hallen-Weltrekord: Die 28-jährige Kärntnerin siegte am Sonntag beim zweiten Meeting der Energizer-Serie in Gent in 1:56,85 Minuten, der zweitbesten Marke, die je unter Dach gelaufen wurde. Nur die Ostdeutsche Christine Wachtel hat bisher am 13. Februar 1988 im Dusika-Stadion mit 1:56,40 die vier Runden in der Halle schneller absolviert als Graf, deren ÖLV-Rekord bisher 1:57,53 Minuten (25.2.2001 Lievin) gelautet hatte. In Birmingham soll nun am kommenden Sonntag auch die Wachtel-Marke fallen.

Bereit für den Weltrekord
Nachdem die Hallen-Europameisterin aus Völkermakt erst am Mittwoch in Stockholm bei ihrem Saisonauftakt einen souveränen Sieg gegen ihre Dauerrivalin Maria Mutola aus Mosambik gefeiert hatte, zeigte sie diesmal erneut keinerlei Schwächen und der Konkurrenz die Fersen. Die Slowenin Jolanda Ceplak, die bisher mit 1:57,79 Minuten die Jahresweltbestzeit gehalten hatte, attackierte zwar eingangs der Schlussrunde, doch als Graf dann auf der letzten Gegengeraden den Turbo zündete, hatten die Zuschauer in der Flandern-Halle den Eindruck, dass Ceplak (sie lief in 1:57,18 slowenischen Rekord) und Mutola (Dritte mit 1:57,48) angesichts dieses unglaublichen Antritts in Ehrfurcht erstarrten.

"Dieses Rennen war ein Traum", betonte Graf nach ihrem eindrucksvollen Triumph. "Es war vor allem ein Kampf auf psychologischer Ebene mit Ceplak. Aber ich habe gewusst, dass ich im Kopf so stark bin, dass mir nichts passieren kann. Und wenn man dann im Ziel diese Zeit auf der Anzeigetafel sieht, dann ist das natürlich ein besonders erhebendes Gefühl. Ich liebe diese Bahn!"

Bringen bessere Tempomacherinnen den Weltrekord?
Angesichts dieser Leistung in Belgien ist der Uralt-Weltrekord für die Olympia-Zweite und Vizeweltmeisterin nun keine Utopie mehr, auch wenn dieser 24/100 Sekunden unter ihrer Freiluft-Bestmarke von 1:56,64 (25.2.2000 Olympiafinale in Sydney) liegt. Denn im Gegensatz zu Belgien, wo Lokalmatadorin Sandra Stals, Hallen-EM-Dritte 2000 in Gent, anfangs für hohes Tempo sorgte, sollen in Birmingham noch bessere Tempomacherinnen engagiert werden. Und außerdem hat Graf immer gesagt, dass sie erst auf der "superschnellen Bahn" in Birmingham den großen Angriff auf die 1:56,40 Sekunden unternehmen wird.

Auch Bettina Müller qualifizierte sich für Hallen-EM in Wien
Österreichs Teilnehmerfeld bei der Leichtathletik-Hallen-EM in Wien (1. bis 3. März) wächst immer weiter an. Bettina Müller qualifizierte sich beim Meeting in Budapest als Vorlauf-Siegerin über 60 Meter mit 7,50 Sekunden (genau die geforderte Norm) für die Titelkämpfe im Dusika-Stadion. Im A-Finale belegte die für LCC Wien startende Sprinterin in 7,53 Sekunden den vierten Platz.

Für die Wiener Hallen-EM sind damit bisher folgende 22 ÖLV-Aktive qualifiziert:
MÄNNER (11):
Philipp Cermak (60 m), Martin Lachkovics (200 m), Andreas Rechbauer (400 m), Stefan Matschiner, Harald Steindorfer (beide 1.500 m), Roland Waldner (3.000 m), Elmar Lichtenegger, Philipp Unfried, Leo Hudec (alle 60 m Hürden), Andreas Vlasny (Kugel), Klaus Ambrosch (Siebenkampf)

FRAUEN (11):
Karin Mayr (60 und 200 m), Bettina Müller (60 m), Sandra Rehrl (200 m), Stephanie Graf (800 m), Brigitte Mühlbacher (800 und 1.500 m), Susanne Pumper (3.000 m), Daniela Wöckinger, Elke Wölfling (beide 60 m Hürden), Doris Auer (Stabhoch), Olivia Wöckinger (Dreisprung), Gudrun Fischbacher (Dreisprung)

6.2.2002 21:55