Dienstag, 5. Februar 2002

Neue Zeugen erwartet

Im Koblenzer Kokainprozess gegen den früheren deutschen Fußball-Bundesliga-Trainer Christoph Daum (48) ist nach über drei Monaten noch kein Ende abzusehen. Obwohl das Verfahren bisher nur bis zum 26. Februar terminiert war, hat das Landgericht für den 5. März den mutmaßlichen Hauptbelastungszeugen geladen, wie der Vorsitzende Richter Ulrich Christoffel am Dienstag im vollbesetzten Gerichtssaal mitteilte. Gegen diesen Zeugen wird wegen versuchter Erpressung von Daums Verteidigung ermittelt.

Ein mehrmaliger Schlagabtausch zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung am 16. Verhandlungstag deutete auch nicht auf eine rasche Verständigung zwischen beiden Seiten hin. Darüber war in den Medien nach einem vertraulichen Gespräch zwischen Anklägern und Verteidigern in der vergangenen Woche noch spekuliert worden. Die Erste Große Strafkammer äußerte sich am Dienstag auch nicht zu einer kürzlich vom Oberlandesgericht Koblenz angeregten Abtrennung des Daum-Prozesses von dem Verfahren gegen zwei Mitangeklagte.

Staatsanwalt Jörg Angerer beantragte am Dienstag, den Kölner Rechtsmediziner Prof. Herbert Käferstein als Gutachter der umstrittenen Haarprobe des Fußball-Lehrers bald als Zeugen zu vernehmen. Dessen Untersuchung von Daums Haare hatte den Wert eines hochgradig abhängigen Kokain-Konsumenten ergeben. Spätere Gegengutachten entlasteten den Coach jedoch. Daraufhin waren erneut Gerüchte aufgekommen, die Haarprobe könnte vertauscht worden sein.

5.2.2002 15:11