Extreme Sicherheitsmaßnahmen für Spiel in Kaiserslautern

Das erste Gastspiel der israelischen Fußball-Nationalmannschaft auf deutschem Boden droht zu einer stimmungsarmen Angelegenheit mit massiver Polizeipräsenz zu werden. Bis zum Dienstag waren nicht einmal 10.000 Tickets für die Partie am Aschermittwoch (13. Februar/20.30 Uhr) im Lauterer Fritz-Walter-Stadion abgesetzt. Begleitet wird die Begegnung von den größten Sicherheitsvorkehrungen bei einem Fußballspiel in Deutschland seit der EM 1998.
Sogar das Hausrecht wurde vom 1. FC Kaiserslautern über den DFB als Ausrichter an die Polizei übertragen, die damit für alle Maßnahmen rund um das Spiel verantwortlich ist.
"Dieses Spiel hat auf Grund der weltpolitischen Situation eine besondere Dimension, und dieser versuchen wir gerecht zu werden", begründete DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt den Ausnahmezustand. Gemeinsam mit Beamten des LKA Rheinland-Pfalz, des Bundesgrenzschutzes und des federführenden Polizeipräsidiums in Kaiserslautern hat Schmidt einen umfangreichen Maßnahmenkatalog verabschiedet, um die israelische Delegation vor Anschlägen zu schützen. Wegen der Unruhen in Nahost hatten sich die Verbände beider Länder Ende vergangenen Jahres darauf geeinigt, das ursprünglich in Tel Aviv geplante Testspiel nach Kaiserslautern zu verlegen.
Der bisher letzte Länderspielgegner der Israeli in ihrer Heimat war Österreich im für das Weiterkommen entscheidenden WM-Qualifikations-Gruppenspiel am 27. Oktober in Tel Aviv (1:1) gewesen. Das ursprünglich für 7. Oktober angesetzte Match war ja nach dem Absturz einer in Tel Aviv gestarteten russischen Passagiermaschine über dem Schwarzen Meer zunächst abgesagt worden.
Das israelische Team mit dem dänischen Trainer Richard Möller-Nielsen wird am Rosenmontag nach einem Linienflug aus Tel Aviv in Frankfurt/Main empfangen, per Polizeieskorte zum Trainingsquartier nach Föckelberg gebracht und bis zur Abreise am Donnerstag praktisch rund um die Uhr begleitet. Das "Landidyll Turm Hotel", das mit seinen 47 Zimmern komplett vom israelischen Verband angemietet wurde, steht unter Polizeischutz.
Extreme Sicherheits-Vorkehrungen sind für den Spieltag vorgesehen. Vor dem Stadion will die Polizei, die nach eigenen Angaben mehrere Hundertschaften und damit "wesentlich mehr" als bei sonstigen Spielen abstellt, zwei Sicherheitsringe bilden. Die Eintrittskarten werden nicht von herkömmlichen Ordnern, sondern von Polizeibeamten kontrolliert, die zugleich auch Leibesvisitationen vornehmen. Zudem müssen die Besucher durch provisorisch aufgestellte Metalldetektoren gehen. Jede akkreditierte Person im Stadion - vom Würstchenverkäufer bis zum Moderator des übertagenden Senders ZDF - muss sich einer polizeilichen Überprüfung unterziehen. Der DFB forderte dazu zum ersten Mal überhaupt von allen Journalisten und Fotografen schriftlich das Einverständnis zu dieser Aktion ein, sonst "können wir Ihnen keine Arbeitsplatzgarantie zusichern".
