Draußen Demo, drinnen das Fest der Reichen

Die 1. Bilder vom Opernball 2002!
Vor der Oper ging es in diesem Jahr wesentlich friedlicher zu als drinnen! In der Wiener Staatsoper wurde ein rauschendes Fest mit glanzvollen Ballroben, funkelnden Steinen in Debütantinnen-Krönchen und viel Prominenz gefeiert. Es ging heißer zu als bei der traditionellen Opernball-Demo, an der rund 1.000 Menschen teilnahmen. Diese blieb weitgehend friedlich. Zwei leicht verletzte Beamte wurden mit der Rettung abtransportiert.
Nach den Ausschreitungen um die Veranstaltung 2001, die darin gegipfelt hatten, dass die Sondereinheit WEGA das Ernst-Kirchweger-Haus (EKH) in Favoriten, als Sammelstelle der Demonstranten bekannt, gestürmt hatte, standen heuer rund 1.000 Demo-Teilnehmer wieder mindestens ebenso vielen Beamten in Uniform und Zivil gegenüber.
Zu Zwischenfällen kam es diesmal in der Führichgasse in der Innenstadt, wo Polizisten mit Pflastersteinen und Holzstücken beworfen wurden. Feuerwerkskörper wurden gezündet. Ein Beamter ist dabei mit Reizgas besprüht, ein Kollege durch einen Steinwurf verletzt worden. Beide wurden mit der Rettung ins Spital gebracht. Die Personenbeschreibung der mutmaßlichen Täter laut Polizei: schwarze Maske, schäbiger Schal. Danach zogen die Protestierer wieder ruhig in Richtung Kärntner Straße und Stock-im-Eisen-Platz. Festnahmen hat es nach Angaben der Polizei bis Mitternacht keine gegeben.
Donnerstagsdemonstranten distanzierten sich von Opernball-Demo
Die Organisatoren der so genannten Donnerstags-Demos hatten schon im Vorfeld betont, man wolle mit den angekündigten Protesten gegen den Opernball nichts zu tun haben, und angekündigt, das Haus am Ring links liegen zu lassen. Der Protestzug sammelte sich auf dem Heldenplatz und marschierte zunächst zum Volkstheater und anschließend Richtung Volksoper. Am Höhepunkt der Demonstration sprach die Polizei von rund 1.000 Teilnehmern, die Plakate mit Sprüchen wie "Dr. Helene fordert Vermummungsverbot, wir fordern Verdummungsverbot" oder "Volxtheater statt Staatsoper" mit sich führten. Ein brennender Container wurden an einem Fahrradanhänger hinterher gezogen.
Unmut löste eine Ankündigung der Polizei aus, dass es Konsequenzen geben werde, falls es zu gewalttätigen Ausschreitungen kommen sollte. Die Exekutive ließ auch per Megafon wissen, dass von der Demonstration Bild- und Tonaufnahmen gemacht wurden.
Zur Eröffnung des Opernballeinlasses auf der Feststiege ließ sich noch kein Demonstrant vor dem Haus am Ring blicken. Die Polizei hatte verhindert, dass eine Gruppe auf dem Ring in Gegenverkehrsrichtung zur Oper wanderte. Die ÖVP-Zentrale in der Lichtenfelsgasse hinter dem Rathaus war zwischenzeitlich abgeriegelt worden, nachdem einige Teilnehmer am Protestzug versucht hatten, sich dem Gebäude zu nähern.
Der Zug drang nur langsam Richtung Oper vor. Nachdem sich der große Ansturm der Ballgäste auf der Feststiege gelegt hatte, durften die Demonstranten in die Nähe des Hauses am Ring Aufstellung nehmen. Weiter als bis zur Kärntnerstraße/Ecke Elisabethstraße, beim Cafe Museum, gelangte der auf mittlerweile 200 bis 300 Personen geschrumpfte Protestzug nicht. Dort hatte die Polizei Sperrgitter aufgezogen.
Von ihrem Standort aus intonierten die Teilnehmer "Hoch die internationale Solidarität" und hoben immer wieder zur Pfeifkonzerten an. In Anspielung auf die Affäre mit dem Grazer Polizeikalender, worin sich Gesetzeshüter in teils anrüchigen Posen hatten ablichten lassen, forderten sie die postierten Exekutivangehörigen immer wieder auf: "Ausziehen! Ausziehen!"
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