Dienstag, 5. Februar 2002

Anwälte von Walker verlangen dessen Freilassung

Die weiter Zukunft des "US-Taliban" John Walker steht heute auf dem Spiel. Vor dem Gericht in Alexandria muss Walker auf schuldig oder nicht schuldig plädieren. Beim ersten Termin vor zwei Wochen war dem 20-Jährigen die Anklageschrift verlesen worden. Indessen fordern seine Anwälte eine sofortige Haftentlassung verlangt. Die Anklage sei nicht genug von Beweisen untermauert.

Die Anwälte des amerikanischen Taliban-Kämpfers John Walker haben die Freilassung ihres Mandanten verlangt. Die von der Staatsanwaltschaft vorgelegten Materialien reichten nicht aus, um die Anklagepunkte gegen den 20-Jährigen zu belegen, begründeten die Anwälte am Dienstag ihren Antrag beim zuständigen Bundesgericht in Alexandria bei Washington. Bundesrichter Weldon Sewell muss am Mittwoch bei Walkers zweitem Gerichtstermin entscheiden, ob der Angeklagte weiter in Haft bleibt. Der junge Mann ist unter anderem wegen Unterstützung terroristischer Organisationen und Verschwörung zur Ermordung von US-Staatsbürgern angeklagt. Ihm droht dafür lebenslange Haft.

Walker: Schuldig oder nicht schuldig
Der Fall Walkers hat in den USA eine breite Diskussion um Erziehung und die Verantwortung von Eltern ausgelöst. Der junge Mann aus gutbürgerlicher Familie war zum Islam konvertiert und hatte sich in Afghanistan der fundamentalistischen Taliban-Miliz angeschlossen. Er war nach der blutig niedergeschlagenen Gefängnisrevolte bei Mazar-i-Sharif in Nordafghanistan in die Hände der US-Truppen geraten und dann wochenlang auf einem US-Kriegsschiff festgehalten worden, bevor er in die USA gebracht wurde.

5.2.2002 21:50