Extremisten-Attacke in Dschenin
Wieder Blutbad im Nahen Osten! Extremisten stürmten heute einen Gerichtssaal in der autonomen Palästinenserstadt Dschenin und eröffneten sofort das Feuer: Drei Angeklagte wurden bei dem Angriff getötet.
Die Männer standen vor dem Richter, weil sei einen Palästinenser-Polizisten erschossen haben sollen. Nach Augenzeugenberichten brach die Menge in das Gebäude ein, in dem die Männer im Schnellverfahren zu jeweils 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden waren. Da die Strafe den wartenden Angehörigen ihres Opfers jedoch zu niedrig erschien, übten sie Selbstjustiz. Anschließend zerrten sie die Leichen aus dem Gebäude und schlugen auf sie ein.
Alle Beteiligten stammen nach Angaben des Gouverneurs von Jenin aus dem Dorf Kabatia bei Jenin. Die drei Getöteten waren am Sonntag unter dem Vorwurf festgenommen worden, einen Polizisten aus demselben Dorf ermordet zu haben, der wiederum mehrere Kollaborateure der israelischen Besatzungsarmee getötet hatte. Die Dorfbewohner von Kabatia hatten die Todesstrafe für die Angeklagten gefordert. Der Prozess musste in einem Büro der palästinensischen Handelskammer abgehalten werden, weil das Gerichtsgebäude von Jenin vor kurzem von der israelischen Armee zerstört worden war.
In der Zwischenzeit werden die Nahost-Gespräche fortgesetzt. Israels Verteidigungsminister Ben Elieser wird heute in den USA erwartet. Er trifft dort seinen US-Kollegen Rumsfeld und UNO-Generalsekretär Annan.
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