KRIEGSGEFAHR: USA vs. IRAK

·Bush-Rede
US-Präsident drohte Irak vehement
·Kritik an Plänen
USA & Europa über Terrorkampf uneins
UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat den Irak aufgefordert, Waffeninspekteure der Vereinten Nationen ins Land zu lassen. Die absolute Mindestforderung für eine Aufhebung der UNO-Sanktionen bleibe, dass der Irak Waffenkontrollen erlaube, sagte Annans Sprecher Fred Eckhard am Dienstag in New York.
US-Außenminister Colin Powell hatte zuvor erklärt, die UNO dürfe im Dialog mit dem Irak keine Zugeständnisse machen. "Die Waffeninspekteure müssen unter unseren Bedingungen, den Bedingungen des UNO-Sicherheitsrats zurückkehren", sagte Powell.
Der Irak forderte unterdessen laut der staatlichen Nachrichtenagentur INA Russland auf, eine "entschlossene" Position gegen eine drohende US-Militäraktion gegen das Land einzunehmen. Russland müsse ein Gegengewicht zu der internationalen Vormachtstellung der Vereinigten Staaten bilden, sagte der irakische Vizepräsident Taha Yassin Ramadan.
Der Irak ist nach russischen Angaben bereit, im Gegenzug für eine Aussetzung der UNO-Sanktionen wieder internationale Waffeninspektoren ins Land zu lassen. Allerdings dürften die Inspektoren weder Amerikaner noch Briten sein. Die Aussichten dafür seien "ziemlich realistisch", sagte Jewgeni Jagupetz von der russisch-irakischen Regierungskommission am Dienstag in Moskau der Nachrichtenagentur AFP. Dies habe ein Gespräch mit der irakischen Führung ergeben. Allerdings wolle Bagdad keine Waffenkontrollore aus den USA oder Großbritannien zulassen.
USA konsultieren "Freunde am Golf"
Die USA wollen vor einem Angriff auf den Irak ihre "Freunde am Golf" konsultieren. "Bis jetzt haben wir das noch nicht getan, weil es noch keinen Anlass dafür gab", sagte ein US-Regierungsvertreter am Dienstag bei einem Besuch in der saudiarabischen Hauptstadt Riad. Saudiarabien ist ein enger Verbündeter der USA. Washington hat in der Golfregion rund 25.000 Soldaten stationiert, davon allein fünf- bis sechstausend auf dem Stützpunkt Prinz Sultan in Saudiarabien. Diese Basis gilt als entscheidend für einen erfolgreichen Einsatz gegen den Irak.
Der saudische Dipolmat Turki El Faisal hatte in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des Fernsehsenders NBC gesagt, sein Land habe Washington seit dem Ende des Golfkriegs (1991) zur Unterstützung subversiver Aktionen innerhalb Iraks gedrängt. "Ich denke, ein Wandel im Irak und der Sturz Saddam Husseins müssen von innen kommen", sagte er. Die USA sollten dies nicht von außen versuchen, da sie so die Menschen gegen sich aufbringen würden.
Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle hat die amerikanische Ankündigung einer Ausweitung des Antiterror-Kriegs auf den Irak in Berlin scharf kritisiert und forderte die Europäer zu Widerspruch auf. Es sei "töricht", Angriffsszenarien öffentlich zu diskutieren. Dies würde im Nahen Osten die Gemäßigten schwächen und die Radikalen stärken. Auch der Koordinator für deutsch-amerikanische Zusammenarbeit im deutschen Außenministerium, Karsten Voigt, sagte im Westdeutschen Rundfunk, bei einem US-Angriff auf den Irak könnten sich Differenzen zu den Europäern auftun.
USA bombardierten irakische Flugabwehr
Amerikanische und britische Flugzeuge haben am Montag Flak-Stellungen im Norden des Irak bombardiert, nachdem sie nach US-Angaben von der irakischen Flugabwehr angegriffen worden waren. Bei dem Angriff kamen laut französischer Agentur AFP vier Iraker ums Leben. Dies hat nach den Angriffen am Montag ein Sprecher der irakischen Armee in Bagdad festgestellt.
Alle alliierten Flugzeuge seien unversehrt zurückgekehrt, teilte ein Sprecher der US-Streitkräfte in Stuttgart mit. Es habe sich um einen Routinepatrouille zur Überwachung der Flugverbotszone gehandelt.
Der Irak erkennt das im Gefolge des zweiten Golfkriegs um Kuwait verhängte Flugverbot über dem Norden und Süden des Landes nicht an. In letzter Zeit mehrten sich die Anzeichen, dass der Irak das nächste Ziel im Kampf der USA gegen den Terrorismus sein könnte. US-Präsident George W. Bush hatte den Irak, den Iran und Nordkorea in der vergangenen Woche als "Achse des Bösen" bezeichnet.
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