Sonntag, 3. Februar 2002

Republik wird auf 500.000 Euro verzichten müssen

Die Republik Österreich wird auf rund 500.000 Euro (sieben Millionen Schilling) verzichten müssen. Es handelt sich dabei um Gelder der Euroteam-Gruppe. Das berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner neuen Ausgabe. Hintergrund ist ein Gutachten der Finanzprokuratur der Republik Österreich vom 28. Jänner dieses Jahres.

Der SP-nahen Beraterfirma Euroteam wird vorgeworfen, zumindest einen Teil einer 100-Millionen-Subvention widmungswidrig verwendet zu haben. Mit der Causa beschäftigt sich neben der Staatsanwaltschaft Wien auch ein parlamentarischer Untersuchungsauschuß. Laut FORMAT vorliegendes Gutachten fordert die Republik von Euroteam-Geschäftsführer Lukas Stuhlpfarrer eine Rückerstattung aus mangelhaften Projekten von exakt 518.569, 26 Euro (7.135.512,98 Schilling). Die entsprechenden Klagen sind beim Handelsgericht Wien anhängig. Stuhlpfarrer wiederum fordert von der Republik auf dem Klagsweg 56.063,85 Euro (771.438,53 Schilling).

Laut Gutachten gehen die Chancen, daß die Republik ihre Millionen erhält, gegen Null. Stuhlpfarrer, so das geheime Gutachten der Finanzprokurator, sei nämlich nicht mehr auffindbar: Er habe sich "andauernd ortsabwesend gemeldet." Und weiter: "Der Verdacht, daß Lukas Stuhlpfarrer den Versucht unternimmt, sich behördlichen Zustellungen zu entziehen, liegt auf der Hand." Die eingeklagten Forderungen wären "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit als uneinbringlich anzusehen, weil nennenswerte Vermögensstücke nicht vorhanden sein dürften und eine Vielzahl von Gläubigern Exekution führt."

137 Exekutionsverfahren
Die Republik denkt laut Gutachten nun sogar daran, für Stuhlpfarrers Firmen einen "Notgeschäftsführer bwz. Abwesenheitskuratoren" einzusetzten, was die Republik zusätzliches Geld kosten würde. Tatsächlich laufen nach FORMAT-Recherchen derzeit gegen die Stuhlpfarrer-Firmen 137 Exekutionsverfahren. Stuhlpfarrer war gegenüber FORMAT trotz mehrmaliger Aufforderung zu keiner Stellungnahme bereit.

Die ganze Story lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins FORMAT

3.2.2002 08:37