US-Investor Wyser-Pratte steigt bei AUA ein

Der US-Finanzinvestor, Firmenjäger und "Vorstandsschreck" Guy Wyser-Pratte hat erstmals bei einem österreichischen Unternehmen zugeschlagen. Ganz normal über die Börse haben Wyser-Pratte und seine Partner bisher knapp über 5 Prozent am österreichischen Carrier eingekauft.
Die AUA begrüßt den Einstieg des US-Investors Guy Wyser-Pratte bei der österreichischen Fluggesellschaft. "Wir begrüßen das Investment und die damit einhergehende Unterstützung für die eingeschlagene Strategie und zum beschlossenen Maßnahmenpaket", sagte AUA-Pressesprecher Johannes Davoras am Freitag. Die AUA hat damit erstmals den Einstieg des US-Investors bestätigt.
Geringe Beteiligung reicht aus
Guy Wyser-Pratte eilt zwar der Ruf voraus, in unterbewertete Firmen einzusteigen, auf Filetierung zu drängen und damit den Aktienkurs anzuheizen, um sich dann mit Gewinn wieder zurückzuziehen. Um die Aktionärsrechte bis zum Äussersten auszunutzen, genügt ihm jeweils eine geringe Beteiligung.
Lob für AUA-Management
Allerdings: Dem neuen AUA-Vorstand rund um Vagn Sörensen und der Belegschaft streut er Rosen: "Das neue Management hat einen sehr guten Job gemacht, sowohl was die Krisenbewältigung angeht, wie auch die Neuausrichtung", heißt es. Die AUA sei ein exzellentes Unternehmen. "Wir wollen dabei behilflich sein, aus der AUA eine schlagkräftige Airline zu machen."
Klare Philosophie: Einen guten Schnitt machen
Guy Wyser-Pratte ist bereits bei 40 Unternehmen eingestiegen, darunter Roebuck, ITT Corp., American Bankers Insurance, die belgische Einzelhandelskette GIB und der französiche Champagnerproduzent
Taittinger. Beim US-Holzproduzenten Willamette machte er laut Business Week einen fünf-Millionen-Dollar-Schnitt. Sein Fonds, der Global Governance Partners Fund, soll an die 500 Millionen Dollar verwalten. In Deutschland soll der Investor nach einem einjährigen Engagement beim Rüstungs- und Elektronikkonzern Rheinmetall 18 Millionen Dollar eingestreift haben. Der Kurs der Aktie hatte sich mehr als verdoppelt. Beim Energietechnik- und Schifffahrtskonzern Babcock Borsig hat sich Wyser in einem Überraschungscoup zu Silvester 2002 eingekauft.

