Mittwoch, 30. Jänner 2002

SPEZIAL: ALLES RUND UM DEN EURO

Umfrage: Wollen Sie einen 2-Euro-Schein?

1 Monat Euro - wie geht´s den Österreichern mit der neuen Währung? In den Geldbörseln hat der € den Schilling zu 99 Prozent verdrängt. Aber in den Köpfen spuckt der Schilling immer noch herum - viele rechnen in der alten Währung. Skurril: In Italien ist die erste gefälschte 1-Euro-Münze aufgetaucht! Schlechte Nachrichten von der Börsefront: Der €-Kurs sank heute Früh unter die Marke von 0,86 US-Dollar.

Österreich und die Umstellung auf den Euro: "Wir waren von Anfang an im Spitzenfeld bei der Umstellung," sagt Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl. Viel hat damit die allgemein positive Euro-Einstellung des Gros der Österreicher zu tun. Mit österreichischem Pragmatismus haben beispielsweise die Salzburger den Umstieg auf den Euro bewältigt. Aus der gemeinsamen Unsicherheit entwickelte sich ein solidarisches Gefühl zwischen Käufer und Verkäufer, so dass es nur in wenigen Fällen zu Verwirrung und Problemen kam.

Dass der Schilling noch bis Ende Februar gesetzlich anerkanntes Zahlungsmittel bleibt, ist in der Praxis nur noch Formsache.

EZB: Keine Teuerungen durch Euro erwartet
Dass der Euro kein "Teuro" sein wird, davon sind die Notenbanker in der Europäischen Zentralbank (EZB)überzeugt. Langfristig dürften die Preise ihrer Ansicht nach sogar sinken, weil die Einführung des neuen Bargeldes die Preisunterschiede in der Union sichtbarer macht und so den Preiswettbewerb verschärfen könnte. Für 2002 rechnen die Währungshüter demnach damit, dass die Inflationsrate "deutlich unter zwei Prozent" fallen wird.

Die EZB erwartet, dass die Bargeldumstellung kurzfristig "keinen nennenswerten Effekt" auf das durchschnittliche Preisniveau haben wird, heißt es in dem Bericht. Dies sei vor allem auf den starken Wettbewerb im Einzelhandel, die anhaltende Wachsamkeit der Verbraucher und die Zusage der jeweiligen Regierungen zurückzuführen, das Durchschnittsniveau der Verwaltungspreise nicht zu erhöhen. Erst im Laufe des Februar wird sich freilich ein klareres Bild darüber abzeichnen.

Gefälscht: 1.000-Euro-Banknote!
Mit einem 1.000-Euro-Schein wollte eine Frau in Niederbayern zahlen. Sie zückte die Geldnote, um eine Hose und einen Pullover zu kaufen. Da die Verkäuferin auf einen so großen Schein nicht herausgeben konnte, zahlte die Frau doch mit kleineren Scheinen. Erst später fiel der Verkäuferin in einem Modegeschäft in Bodenmais (Landkreis Regen) auf, dass es 1.000-Euro-Scheine nicht gibt. Da war die mutmaßliche Betrügerin bereits über alle Berge.

Skurril: Erste gefälschte Euro-Münze in Italien!
Die erste gefälschte Ein-Euro-Münze Europas wurde nun in Italien entdeckt. Ein Mann aus Neapel habe die Ein-Euro-Münze in seiner Geldbörse entdeckt. Es handelt sich offenbar um ein Einzelstück, das zudem sehr leicht als Fälschung erkennbar sei. Denn die Fälscher haben sich nicht viel Mühe gegeben.

So besteht die Münze nicht aus zwei verschiedenen, sondern nur aus einer silber-farbigen Legierung. Normale 1-Euro-Münzen sind zweifarbig. Zur weiteren Untersuchung wurde das Stück zum staatlichen Münzprägeamt nach Rom gebracht.

Nach Angaben der italienischen Behörden war bisher im gesamten Euro-Raum keine gefälschte Euro-Münze entdeckt worden.

30.1.2002 14:50