Mittwoch, 30. Jänner 2002

IWF, Weltbank: Übergangsweise Dollar statt Afghani

Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank halten es für sinnvoll, den US-Dollar in Afghanistan übergangsweise als Landeswährung einzusetzen. Wegen dieser Pläne ist die afghanische Währung, der Afghani, prompt deutlich eingebrochen. In Peshawar in Pakistan kostete ein US-Dollar heute 50.000 Afghani, gegenüber 30.000 Afghani am Vortag.

Das berichtete die in Peshawar ansässige afghanische Nachrichtenagentur AIP. In Peshawar leben viele afghanische Flüchtlinge, die mit Afghani ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen. Der afghanische Zentralbankgouverneur Abdul Fitrat hatte am Dienstag die Umstellung auf den Dollar als Möglichkeit genannt, den Geldmarkt zu stabilisieren.

Fitrat sagte, die Übergangsregierung wolle "in naher Zukunft" über die Landeswährung Afghani entscheiden. Die Dollar-Einführung ist eigentlich nur eine der Optionen, die Vertreter des IWF und der Weltbank mit den afghanischen Behörden diskutierten, sagte der IWF-Finanzexperte Warren Oates in Kabul. Er sehe dafür mehr positive als negative Auswirkungen. Die USA hatten am Montag Afghanistan weitere Finanzhilfe zugesagt und sich bereit erklärt, die Armee des Landes auszubilden.

Afghani bisher wegen beliebigem Druck schwach
23 Jahre Krieg haben Afghanistan zerrüttet hinterlassen. Die verschiedenen Regierungen haben Geld in inflationärer Weise gedruckt. Die Delegation des IWF und der Weltbank will eine Woche lang in Afghanistan Gespräche darüber führen, wie die Wirtschaft des Landes wieder in Gang gebracht werden kann.

30.1.2002 09:45