Dienstag, 29. Jänner 2002

Sonntagsarbeit Änderung ist nicht geplant

Eine Änderung der Sonntagsruhe "ist überhaupt nicht geplant", betont ÖVP-Klubobmann Andreas Khol. Hier sei man "absolut auf der Linie der Bischöfe", erklärte Khol vor einer Klausurtagung der ÖVP-Parlamentsklubs mit Bischöfen der Katholischen und Evangelischen Kirche. Er sei überzeugt, dass man "mit den derzeitigen gesetzlichen Regelungen das Auslangen findet".

Zum Vorschlag von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) nach einer Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten auch am Sonntag erklärte Khol, "wir haben ein eigenes Kapitel in der Stellungnahme zur Sonntagsarbeit. Die Regierung hat das erste Mal eine klare Linie zur Sonntagsruhe im Regierungsprogram. Wir halten daran fest, dass es keiner Veränderung bedarf". Derzeit arabeiten ja schon 25 Prozent der Bevölkerung am Sonntag. "Da gehören auch die Mesner in den Pfarren dazu".

Anlass der ÖVP-Klausur ist die Initiative zu einem "Sozialwort" von 14 christlichen Kirchen, die im ökumenischen Rat zusammen arbeiten. Dabei wolle die ÖVP ihren "Sachverstand als christlich demokratische Partei für die langfristige sozialpolitische Ausrichtung" Österreichs einbringen.

Jedenfalls gebe es "keine christliche Politik, nur Politik von Christen. Und niemand kann für sich in Anspruch nehmen, allein zu sagen, das ist christliche Politik".

Stichwort: Sonntagsarbeit
Immer mehr Österreicher leisten regelmäßig Sonntagsarbeit. Waren es 1998 nur 547.350 Personen, die am "Tag des Herrn" ihren Dienst versahen, stieg diese Zahl bis 2001 kontinuierlich auf 571.900 an, geht aus den jüngsten Daten der Statistik Austria hervor. Insgesamt war die Sonntagsarbeit - regelmäßig, saisonal oder manchmal - im Vorjahr für 1.081.700 Selbstständige und Unselbstständige Realität.

Dabei ist ersichtlich, dass die Zahl jener, die nur saisonal Sonntagsarbeit leisten, im Abnehmen ist. Lag sie 1998 bei 62.234, sank sie zuletzt auf 31.400. In den letzten drei Jahren deutlich abgenommen hat auch die Gruppe jener Menschen, die manchmal am Sonntag ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen. Von 1998 auf 1999 hatte es zwar noch einen Sprung von 398.971 auf 495.900 gegeben, seither ist aber ein ständiges Absinken zu verzeichnen. 2001 lag diese Gruppe bei 478.400.

Die Gesamtzahl jener Personen, die am Sonntag arbeiten, erreichte 1999 mit 1.112.900 einen Rekordwert. Sie fiel 2000 auf 1.066.000 zurück und kletterte 2001 wieder mit 1.081.700 etwas nach oben.

29.1.2002 12:18