Freitag, 1. Februar 2002

HSV besiegt 1860 mit 2:1

2:1 gewann der Hamburger SV vor heimischem Publikum gegen 1860 München, das Trainerduell Jara-Pacult ging also, knapp aber doch, an den Tiroler. Vor 30.000 Zuschauern gingen die Hausherren in der 60. Minute durch Präger in Führung, Romeo sorgte neun Minuten vor Schluss für die Vorentscheidung. Weissenbergers Anschlusstor für die Münchner (89.) kam zu spät. Und beim Schlager FC Bayern gegen Leverkusen hatten die Leverkusener zum 8. Mal mit 0:2 das Nachsehen.

Bayer Leverkusen kann im Münchner Olympiastadion gegen den FC Bayern einfach nicht gewinnen. Der Meister setzte sich am Sonntag vor 43.000 Zuschauern durch Tore von Elber (67.) und Effenberg (71./Foulelfmeter) mit 2:0 durch, beendete damit die Negativserie von sieben Bundesligaspielen ohne Sieg und stürzte den "Lieblingsgegner" zudem von der Tabellenspitze. Leverkusen verlor nicht nur zum achten Mal in Folge gegen die Bayern im Olympiastadion, sondern zugleich auch die Führung an Borussia Dortmund.

Beide Mannschaften lieferten einander zwar keinen offenen Schlagabtausch, aber doch ein Duell auf anspruchsvollem Niveau. Vor allem die Münchner präsentierten sich deutlich formverbessert gegenüber ihren letzten Auftritten, zweikampfstärker und konzentrierter und sichtlich um den Führungstreffer bemüht. Allerdings versäumten es die Gastgeber lange Zeit, aus ihrem Chancen-Plus Kapital zu schlagen. Scholl (12.), Elber (25.) und Jancker (30.) hatten Möglichkeiten zur Führung ausgelassen.

Für Bayer hatte Ze Roberto in der 47. Minute per Kopf das Tor knapp verfehlt, die dominierenden Hausherren hatten aber weiter klar mehr vom Spiel. Elber überwand nach einer schönen Freistoßvariante Butt zum 1:0 und vier Minuten später war Leverkusens Niederlage endgültig besiegelt. Nach einer ungestümen Attacke von Nowotny gegen Sagnol feierte Effenberg mit dem Strafstoß zum 2:0 auch den persönlichen Befreiuungsschlag. "Die Mannschaft wußte, dass sie gewinnen musste. Und dementsprechend ist sie aufgetreten", bilanzierte Effenberg treffend und ließ sogleich eine Kampfansage folgen: "Jetzt sind wir wieder da, jetzt mischen wir wieder mit."

Im zweiten Sonntag-Spiel feierte Hansa Rostock gegen St. Pauli durch ein Elfmetertor von Hirsch (82. Minute) einen wichtigen Erfolg.

Die Spiele am Samstag
Borussia Dortmund setzte sich am Samstag in der 20. Runde der deutschen Fußball-Bundesliga zumindest bis Sonntag an die Spitze. Den Westfalen genügte ein schmeichelhaftes 1:1 in Wolfsburg gegen Didi Kühbauer und Co zur Eroberung der Tabellenführung, allerdings würde Bayer Leverkusen am Sonntag in München gegen die Bayern schon ein Remis zur Rückeroberung von Rang eins reichen. Im Duell der Ösi-Trainer hatte Kurt Jaras HSV mit dem 2:1 in Hamburg gegen den von Peter Pacult trainierten TSV 1860 München das bessere Ende für sich. Markus Weissenberger gelang mit seinem zehnten Bundesligator der Ehrentreffer.

Das Remis der Dortmunder bei den bissigen Wölfen war recht glücklich. Die Gäste gingen vor 17.226 Zuschauern schon in der dritten Minute durch Heinrich in Führung, die Tomislav Maric, der Bruder von Kärntens Mario Maric, mit einem von Evanilson an Munteanu verschuldeten Elfer in der 36. Minute ausglich. Die Gastgeber, bei denen Kühbauer eine gute Leistung bot, vergaben etliche Chancen oder scheiterten an Jens Lehmann.

Bayerns Sieges-Serie ist zu Ende
Nach dem Pokal-k.o. am Mittwoch in Leverkusen ging für die Münchner Löwen auch ihre Serie von sechs Spielen ohne Niederlage in der Bundesliga zu Ende. Erstmals seit mehr als zehn Monaten mit dem argentinischen Spielmacher Rodolfo Cardoso vom Beginn an, lief es für die Hanseaten besser als zuletzt. Präger gelang in der 60. Minute nach Pass von Barbarez, der in der 48. Minute mit einem von Votava an Romeo verursachten Penalty das Tor verfehlt hatte, das 1:0, dem Romeo in der 81. das 2:0 folgen ließ.

Die Sechziger hatten zwar auch ihre Möglichkeiten (so traf Max die Stange), doch nur eine wurde auch verwertet. Weissenberger spitzelte den Ball nach Vorarbeit von Häßler in der 89. Minute zu seinem ersten Saisontreffer und insgesamt zehnten in der Bundesliga (neun für Bielefeld) zum 1:2 ins Tor. Der Vorarlberger war erst in der 76. Minute (für Votava) wie auch sein Wiener Landsmann Marcus Pürk (für Borimirow) ins Spiel gekommen. Der starke Kapitän Harald Cerny spielte durch, der verletzte Martin Stranzl war gar nicht mit nach Hamburg gereist. "Cardoso bringt der Mannschaft sehr viel und Romeo ist genau der Typ Torjäger, den wir gebraucht haben", lobte Kurt Jara seine Argentinier nach dem sechsten HSV-Sieg in dieser Saison, der den Klub auf Rang elf brachte.

Stuttgard verdrängt Löwen auf den neunten Platz
In der Tabelle wurden die Löwen vom VfB Stuttgart auf den neunten Platz verdrängt. Die Schwaben setzten sich in Bremen gegen den SV Werder mit 2:1 durch, womit die Hanseaten nach dem 1:2 in Cottbus auch das zweite Match nach der Winterpause verloren und damit im Kampf um einen Champions League-Platz zurückgeworfen wurden. Bode gelang zwar mit seinem 100. Bundesligator das 1:0 (40.), am Schluss jubelte aber der VfB, der durch Ganea (62.) und Tiffert (82.) zwei Mal traf und damit auch seinem Trainer Felix Magath an seiner früheren Wirkungsstätte zu einem Prestigeerfolg verhalf.

Während mit dem 1. FC Kaiserslautern (1:0 beim Cup-Halbfinalisten und Punktelieferanten Köln durch ein Tor von Klose) und Schalke (schmeichelhaftes 2:0 daheim gegen Mönchengladbach durch Tore von Wilmots/1. und Asamoah/90. vor ausverkauftem Haus) zwei "obere" Mannschaften voll punkteten, reichte es für Hertha in Berlin gegen Freiburg nur zu einem 1:1. Nach sechs sieglosen Runden schaffte der von Klaus Augenthaler betreute 1. FC Nürnberg mit dem 2:0 gegen Cottbus einen wichtigen Erfolg und ist nun Drittletzter vor Köln und St. Pauli.

In der zweiten Liga trug sich Ralph Hasenhüttl beim 5:1 von Greuther Fürth in Babelsberg gleich zwei Mal (82./89./Kopf) in die Schützenliste ein. Bemerkenswert: Der Steirer war erst in der 77. Minute ins Spiel gekommen.

Bayern gegen Leverkusen: Spiel der letzten Chance?
"Bye-bye Bayern?" Am Sonntag könnte der legendäre Spruch, den Klaus Toppmöller im November 1993 voreilig und übermütig als Trainer von Eintracht Frankfurt im Titelkampf hinaus posaunt hatte, tatsächlich Realität annehmen. "Die Partie gegen Leverkusen ist das wichtigste Spiel der ganzen Saison. Wenn wir nicht gewinnen, ist das Titelrennen gegessen", verkündete der ehemalige Rapid-Stürmer Carsten Jancker vor dem brisanten Duell zwischen Bayern und Bayer in der deutschen Fußball-Bundesliga.

Im Olympiastadion herrscht am 20. Spieltag aus Sicht des Meisters knisternde Endspiel-Atmosphäre. Wobei bis Freitag erst 35.000 der 63.000 Eintrittskarten verkauft waren. Und trotz der Negativserie von sieben sieglosen Spielen in der Bundesliga ist für Ottmar Hitzfeld sein Team der Favorit. "Zu Hause ist der FC Bayern immer Favorit, egal gegen wen, ob Real Madrid, FC Barcelona oder Leverkusen", sagte der Bayern-Coach. "Wenn wir Meister werden wollen, haben wir nur noch Endspiele vor uns. Mit einem Unentschieden ist uns am Sonntag nicht gedient", beschrieb Hitzfeld die kritische Lage.

Programm der 20. Runde:

Samstag:
HSV - 1860 München 2:1 (0:0)
Bremen - Stuttgart 1:2 (1:0)
Nürnberg - Cottbus 2:0 (0:0)
Hertha - Freiburg 1:1 (0:1)
Wolfsburg - Dortmund 1:1 (1:1)
Köln - Kaiserslautern 0:1 (0:0)
Schalke - Gladbach 2:0 (0:0)

Sonntag:
Rostock - St. Pauli 1:0 (0:0)
Bayern München - Bayer Leverkusen 2:0 (0:0)

1.2.2002 15:50