Freitag, 1. Februar 2002

Wende im Drogenprozess gegen Christoph Daum?

Im Drogen-Prozess gegen den deutschen Fußball-Trainer Christoph Daum steht womöglich eine Wende bevor. Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) berichtete am Donnerstagabend, dass die Haarprobe Daums im Rechtswissenschaftlichen Institut der Universität Köln vertauscht worden sein könnte. Der Sender beruft sich dabei auf eine Einlassung des in dem Institut für Haaranalysen zuständigen Professors Herbert Käferstein vor dem Landgericht Köln.

Dabei räumte Käferstein ein, dass die Daum zugeschriebene Haarprobe möglicherweise gar nicht von dem Trainer stamme. Sie könne vertauscht worden sein.

Mit den Haarproben sollte belegt werden, dass Daum in der Vergangenheit regelmäßig Kokain konsumiert habe. Der jetzige Coach des türkischen Erstligisten Besiktas Istanbul hatte immer wieder behauptet, nur gelegentlich Konsument von Drogen gewesen zu sein. Daums Anwalt Dietmar Tambur erklärte im WDR-Fernsehen, das Eingeständnis des Kölner Professors müsse erhebliche Auswirkungen auf den Prozess in Koblenz haben und dieser jetzt zügig beendet werden.

Staatsanwalt sieht keine Anhaltspunkte für vertauschte Haarprobe
Die Staatsanwaltschaft in Koblenz sieht keine Anhaltspunkte für ein mögliches Vertauschen seiner Haarprobe. Ihr Leiter Erich Jung sagte am Freitag zu entsprechenden Medienberichten, es gehe nur darum, dass der zuständige Experte im Kölner Rechtswissenschaftlichen Institut nicht selbst bezeugen könne, ob die ihm überreichte Haarprobe tatsächlich von Daum gestammt habe. Der Prozess gegen den Trainer des türkischen Erstligisten Besiktas Istanbul wird am 5. Februar fortgesetzt.

1.2.2002 09:04