Mittwoch, 30. Jänner 2002

Kommission beklagt "unkontrollierte Gewalt"

Die Zukunft des Boxers Mike Tyson ist ungewisser denn je. Die Nevada Sportkommission verweigerte dem 35-jährigen Ex- Champion nach zweieinhalbstündiger Anhörung die Lizenz. Die fünfköpfige Kommission stimmte mit 4:1-Stimmen gegen den Antrag. Der Grund: Der Ex-Schwergewichts-Champion habe ein "Verhaltensmuster unkontrollierbarer Gewalt" gezeugt. Damit ist der für den 6. April geplante Fight mit dem Doppelweltmeister Lennox Lewis geplatzt.

Tyson hätte mindestens drei Stimmen für einen positiven Ausgang benötigt. Es steht nun nicht fest, wann und wo dieser Kampf stattfinden wird.

"Verhaltensmuster unkontrollierbarer Gewalt"
Der Ex-Schwergewichts-Champion habe ein "Verhaltensmuster unkontrollierbarer Gewalt" an den Tag gelegt, erklärte ein Sprecher der fünfköpfigen Sportkommission Nevadas am Dienstag (Ortszeit). Er verwies auf jüngste Kämpfe von Tyson, in denen der Boxer auf den Schiedsrichter eingeprügelt oder auch nach dem Schlussgong noch kräftig zugeschlagen habe. Die New Yorker Pressekonferenz, in der Tyson in der vergangenen Woche einen Kampf mit dem britischen Weltmeister Lennox Lewis angekündigt hatte, war mit einem wilden Handgemenge zu Ende gegangen.

"Ich bin nicht Mutter Theresa", sagte Tyson nach der Anhörung in Nevada. "Ich bin aber auch nicht Charles Manson." Tyson war 1992 wegen Vergewaltigung einer 18-Jährigen zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er kam 1995 vorzeitig auf freien Fuß. Zwei Jahre später machte der Boxer weltweit Schlagzeilen, als er seinem Gegner Evander Holyfield während eines Kampfes ein Stück von dessen rechtem Ohr abbiss. Nevada hatte Tysons Boxlizenz daraufhin für 15 Monate eingezogen, sie ihm dann aber wieder erteilt. Andere US-Bundesstaaten folgten diesem Beispiel.

30.1.2002 07:56