Sonntag, 3. Februar 2002

Wiens Bürgermeister zu Wahlkampfstrategie der SPÖ

In einem Interview mit der am Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins FORMAT konkretisiert Wiens Bürgermeister und SP-Chef Michael Häupl erstmals die Wahlkampfstrategie der SPÖ. Die Themen liegen "so klar vor uns wie der Leckerbissen in Aspik", so Häupl, die SPÖ wird einen klaren Wahlkampf für "kleine Leute" führen. Häupl wörtlich: "Zu den kleinen Leuten gehören wir."

Haider und die FPÖ haben den kleinen Leuten in ihrer Selbständigkeit, in ihrer Existenz geschadet. Sie haben sie belogen, sich in ihre Brieftaschen geschwindelt und sie verweigern ihnen immer mehr die Hilfe des Staates." "Keinesfalls" werde die SPÖ nach der Wahl mit der FPÖ koalieren. "Das ist eine europafeindliche, rechtspopulistische Partei, mit der man nicht arbeiten kann."

Häupl präzisiert auch seine Vorstellungen des "Schattenkabinetts", also der Ministerkandidaten der SPÖ. Er selber werde "sicher nicht" dabei sein, aber er könne sich "selbstverständlich" unabhängige Experten und einen Sozialminister, der nicht nach roter Tradition aus dem ÖGB kommt, vorstellen.

Kritik übt Häupl an den Gewerkschaften und ihrem Umgang mit der ÖGB-Urabstimmung. Häupl: "Zweifellos hätte ich mir gewünscht, daß die wirklich guten Ergebnisse besser dargestellt würden. Da sollte man ein bißchen klappern, das gehört ja zum politischen Handwerk."

Häupl kündigt auch an, den Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider bei der nächsten Landeshauptleutekonferenz in der Ortstafel-Causa zur Rede zu stellen. "Wir werden das bei der nächsten Konferenz selbstverständlich in aller Klarheit diskutieren - auch wenn die Agenda anderes vorsieht."

Mit dem tschechischen Premier und Sozialdemokraten Milos Zeman rechnet Häupl scharf ab. Was Zeman über die Vertreibung der Sudetendeutsche gesagt habe, sei "zynischer Unsinn, inhuman, uneuropäisch und eines Sozialdemokraten absolut unwürdig. So eng wir mit unseren tschechischen Parteifreunden kooperieren - mit diesem Herrn möchte ich persönlich nichts mehr zu tun haben."

Lesen Sie das ausführliche Interview im neuen FORMAT!

3.2.2002 08:31