Kundgebung verlief friedlich

Inzwischen bereits 4.000 Personen beteiligten sich an der Demonstration gegen die Regierung. Mit Pfiffen und Trommeln sowie zahlreichen Transparenten wurde anläßlich zwei Jahre Angelobung von schwarz-blau die Koalition kritisiert. Unter anderem war zu lesen: "Unsere Dummheit heißt FPÖVP". Die Kundgebung, die nach 15.00 Uhr vom Westbahnhof aus gestartet war, verlief friedlich.
Die grüne Behindertensprecherin Theresia Haidlmayr zeigte sich mit der offiziell auf vorerst 1.800 geschätzten Zahl der Teilnehmer sehr zufrieden. "Das sind mehr als erwartet", meinte sie. Man dürfe ja nicht vergessen, dass immerhin die eine Woche Semesterurlaub begonnen habe. "Und es bedeutet sehr viel, wenn zwei Jahre nach Beginn dieser Regieurng so viele Menschen ihr Unverständnis mit der Koalition demonstrieren".
Auf den Transparenten war u.a. zu lesen: "Rote Falken gegen Rassismus", "Gegen wen ich denke, gegen die, die es mir verbieten" oder "Widerstand, weg mit ÖVP und FPÖ". Der Schauspieler Hubsi Kramer hatte sich als Kardinal Theodor Innitzer verkleidet und meinte, er sei als "offizieller Vertreter der Kirche hier. Damit später die Kirche sagen kann, wir waren dabei, wir haben uns gewehrt, wir haben nicht geschwiegen".
Forderungen: Neuwahlen, Schluss mit Demokratieabbau
Die Forderungen der Proponenten der Demonstration sind sofortige Neuwahlen, keine Koalition mit der FPÖ und Schluss mit Demokratieabbau, Sozialabbau und Rassismus. Die Kundgebung wird von zahlreichen Organisationen unterstützt, aus deren Reihen auch die Rednerbeiträge erwartet werden. Dazu zählen unter anderen die Wiener Homosexuelleninitiative (HOSI), die Wiener Grünen, die Kinderfreunde, die SPÖ-Frauen und die Österreichische Hochschülerschaft. Umrahmt werden die Beiträge von einem kulturellen Programm, unter anderem wird eine Roma-Band auftreten. Vor dem Justizpalast ist ein Zwischenstopp geplant, auch dort werden sich verschiedene Redner zu Wort melden.
Die Mariahilfestraße war angesichts der Beteiligung an der Demo praktisch nicht befahrbar. Die Kundgebung soll bis ca. 19.00 Uhr dauern.
Am Abend bereits 4.000 Demonstranten
Die Zahl der Demonstranten hatte sich nach Angaben der Veranstalter bis am Abend auf knapp 4.000 erhöht. Die Polizei sprach von maximal 2.200. Bei der Abschlusskundgebung am Ballhausplatz wurde von mehreren Rednern die Kritik an der blau-schwarzen Regierung nochmals vorgebracht.
Die Demo - begleitet von einem Großaufgebot der Polizei - verlief großteils friedlich. Ausschreitungen gab es keine. Eine Vertreterin der "Botschaft der besorgten Bürger" hielt den Koalitionsparteien vor, "ihr könnt uns nicht auf den Kopf pinkeln und uns einreden, dass es regnet". Die Demonstration sei auch die Möglichkeit, der Regierung zu sagen, was man "von ihrer Zerstörung des Sozialstaates hält".
Eine Zeitzeugin aus der NS-Zeit schloss ihre Rede mit den Worten: "Wenn wir in Frieden leben wollen, müssen wir die Sprache der Liebe und Toleranz finden". Gegen 19.00 Uhr ebbte die Demonstration deutlich ab, zuletzt wurden noch einige hundert Kundgebungsteilnehmer verzeichnet.
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