Deal von Wiener Gynäkologen eingefädelt

Das ist das größte Waffengeschäft in der Geschichte des Bundesheeres: Es verkauft 170 aus amerikanischer Produktion stammende M 60-Panzer um 31,25 Millionen Euro (430 Millionen Schilling) an die Armee von Ägypten. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.
Laut FORMAT hat Verteidigungsminister Herbert Scheibner den Antrag gestellt, 170 aus US-Produktion stammende M 60-Panzer aus Heerestbeständen nach Ägypten zu exportieren. Den Deal als Vermittler in seiner alten Heimat eingefädelt hat der aus Ägypten gebürtige Wiener Gynäkologe Moustafa Eltelby.
Eltelby erhält laut FORMAT vorliegenden Informationen neben 145.000 Euro "Aufwandsentschädigung" vom Verteidgungsministerium auch von den Ägyptern eine Provision. Eltelbys Kommentar gegenüber FORMAT: "Zu diesem Geschäft habe ich nichts zu sagen. Ich führe aus, worum mich Herr Minister Scheibner bittet. Ich tue das zum Wohle der Republik, so gut ich kann."
Eltelby ist laut FORMAT hinter den Kulissen auch mit dafür verantwortlich, daß sich Verteidigungsminister Herbert Scheibner im Nahen Osten neuerdings als Diplomat zu profilieren versucht. So unternimmt Scheibner seit längerer Zeit Anläufe, die Freilassung von drei israelischen Kriegsgefangenen zu erwirken: Sie wurden im Oktober 2000 auf einer Patrouille von Anhängern der radikalen Hisbollah entführt.
Auch beim Österreich-Besuch von PLO-Präsident Jassir Arafat vor einem Jahr zog Eltelby im Hintergrund die Fäden. Eltelby zu FORMAT: "Österreich sollte in der Region eine wichtige Rolle spielen. Herr Minister Scheibner schlüpft mit meiner Hilfe in diese Rolle."
Die nun für den Verkauf nach Ägypten vorgesehenen M 60-Panzer sind beim österreichischen Bundesheer in den vergangenen Jahren durch 114 "Leopard 2"-Kampfpanzer, die von der niederländischen Armee angekauft wurden, ersetzt worden. Beschlossen worden war dieser Ankauf Ende 1996 im Zuge des sogenannten "Mech-Pakets", das neben der Anschaffung der gebrauchten "Leopord 2" und ebenfalls gebrauchter Raketenjagdpanzer "Jaguar" den Kauf neuer Kampfschützenpanzer "Ulan" und Radpanzer "Pandur" von Steyr-Daimler-Puch umfasst.
Die insgesamt 112 Ulan sollen beginnend mit dem heurigen jahr ausgeliefert worden. Beim "Pandur" ist von der ursprünglich vorgesehenen Zahl von 200 noch die Hälfte ausständig.
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