Freitag, 1. Februar 2002

Bush für Verbleib von Arafat

Nachdem israelische Soldaten sich weigerten, Dienst in den palästinensischen Autonomiegebieten zu tun, drohen nun Konsequenzen. Der israelische Generalstabschef Schaul Mofas hat den Soldaten mit Suspendierung gedroht. Soldaten müssten Befehle befolgen, sofern es sich um "legale Befehle" handle. Indessen hat Ministerpräsident Sharon beteuert, er trachte Arafat nicht nach dem Leben.

Vor einer Woche hatten 52 Soldaten und Offiziere in einer Petition den Dienst in den Autonomiegebieten mit der Begründung verweigert, sie trügen mit ihrem Einsatz zur "Unterdrückung eines ganzen Volkes" bei. Der Vorstoß führte zu einer hitzigen Debatte in Israel. Die Verweigerer erhielten am Freitag Rückendeckung vom ehemaligen Chef des israelischen Inlandgeheimdienstes Shin Beth, Ami Ayalon.

Er habe sehr viel "Sympathie" für die Unterzeichner der Petition, sagte der Reservegeneral der Zeitung "Haaretz". Es gebe "viel zu wenige" Soldaten, die "illegale Befehle" verweigerten. Auf unbewaffnete palästinensische Kinder zu schießen, sei ein solcher "illegaler Befehl".

US-Präsident Bush für Verbleib von Arafat
US-Präsident George W. Bush hat am Freitag Palästinenserpräsident Yasser Arafat erneut dazu aufgefordert, entschieden gegen den Terror aus den eigenen Reihen durchzugreifen. "Arafat muss führen", sagte Bush zum Auftakt eines Treffen mit Jordaniens König Abdullah im Weißen Haus. "Er muss seine Arbeit besser machen. Er kann seine Arbeit besser machen, und er muss es tun."

Der Präsident unterstrich, dass es Fortschritte gegeben habe, "bis wir von der massiven Waffenlieferung erfuhren". Damit spielte Bush auf die Aufbringung eines Frachters im Roten Meer durch Israel an, der Waffen aus Iran für die Palästinenser geladen hatte.

Bush wie auch Abdullah betonten die Notwendigkeit, den Anti- Terror-Kampf entschlossen fortzusetzen. Der jordanische Monarch sagte in diesem Zusammenhang, noch unentschlossene Staaten täten gut daran, "sich rasch zu entscheiden".

Sharon: "Trachte Arafat nicht nach dem Leben"
Israels Ministerpräsident Ariel Sharon hat in einem am Freitag veröffentlichten Interview versichert, dass Israel Palästinenser-Präsident Yasser Arafat nicht nach dem Leben trachte. Sharon äußerte sich in demselben Interview, das in Auszügen bereits am Donnerstag veröffentlicht wurde und unter Palästinensern Empörung ausgelöst hatte. In den Auszügen hatte Sharon bedauert, dass Israel Arafat während des Libanon-Feldzugs 1982 nicht getötet hat.

Der israelische Außenminister Shimon Peres sprach sich unterdessen erneut dafür aus, den Dialog mit den Palästinensern fortzusetzen. Peres wollte in New York Gespräche mit dem palästinensischen Parlamentspräsidenten Ahmed Korei führen.

1.2.2002 17:41